Razzien gegen Islamisten in Berlin und Sachsen-Anhalt | Aktuell Deutschland | DW | 14.12.2017
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Terrorismus

Razzien gegen Islamisten in Berlin und Sachsen-Anhalt

Die Durchsuchungen galten dem Umfeld junger Dschihadisten, die in Kampfgebiete des "Islamischen Staates" gezogen sind. Sie richteten sich auch gegen einen Kontaktmann des Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri.

Mitglieder mehrerer Spezialeinheiten und 130 Polizisten durchsuchten in Berlin und Sachsen-Anhalt Wohnungen mutmaßlicher Islamisten. Die Ermittlungen richten sich nach Angaben der Berliner Generalstaatsanwaltschaft gegen vier Beschuldigte im Alter zwischen 18 und 21 Jahren. Ihnen werden die Mitgliedschaft bei der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen. Die Fahnder beschlagnahmten Beweismittel, insbesondere Speichermedien, wie weiter mitgeteilt wurde.

Vor einem Jahr ins IS-Kampfgebiet ausgereist

Zwei der Beschuldigten werden laut den Sicherheitsbehörden verdächtigt, im November 2016 von Berlin über Istanbul in ein IS-Kampfgebiet ausgereist zu sein. Ein weiterer Beschuldigter soll beim IS eine militärische Ausbildung durchlaufen haben. Das Trio wird noch bei den Dschihadisten vermutet. Der vierte Verdächtige soll Beihilfe zur Ausreise geleistet haben.

Deutschland Razzia gegen Islamisten in Berlin (picture-alliance/dpa/P. Zinken)

Polizisten sichern in Berlin den Zugang zu Wohnungen, die durchsucht werden

Kontakt zu Anis Amri

Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagte in Potsdam, bei den Ermittlungen der Berliner Generalstaatsanwaltschaft gehe es um eine weitere Bekanntschaft im Umfeld des Attentäters Anis Amri. Nach Informationen der Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland hatte mindestens einer der Männer, deren Berliner Wohnungen von der Polizei durchsucht wurden, am Tag des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt vor einem Jahr Kontakt zu Amri. Das gehe aus Ermittlungsakten der Generalbundesanwaltschaft und des Bundeskriminalamtes hervor.

Demnach ging der Verdächtige Walid S. am Nachmittag des 19. Dezember 2016 eine halbe Stunde lang mit Amri im Stadtteil Wedding spazieren. Im Anschluss suchten sie gemeinsam mit einem weiteren tunesischen Landsmann die Masjid-Al-Ummah-Moschee, einen Imbiss sowie für eine Viertelstunde auch den Alexanderplatz auf. Walid S. sei zudem anderthalb Stunden nach dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz gesehen worden.

Amri war mit einem Lastwagen vorsätzlich in die Besuchermenge auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz nahe der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche gerast. Bei dem Anschlag waren zwölf Menschen getötet und mehr als 70 Menschen verletzt worden.

se/sam (afp, epd, dpa)

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