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Aktuell Europa

Razzien gegen Gülen-Anhänger in der Türkei

In der Türkei ist die Polizei mit Razzien gegen Anhänger eines Rivalen von Präsident Erdogan vorgegangen. Dem in den USA lebenden islamistischen Prediger Fethullah Gülen wird vorgeworfen, die Regierung stürzen zu wollen.

Türkische Sicherheitskräfte sind landesweit mit einer Großrazzia gegen Journalisten und angebliche Regierungsgegner bei der Polizei vorgegangen. Dabei sei unter anderem der ehemalige Chef der Istanbuler Anti-Terror-Einheit festgenommen worden, berichtete die Nachrichtenagentur DHA.

Erdogan ließ tausende Anhänger versetzen

Nach Berichten des staatlichen Rundfunks wurden außerdem ein Gülen nahestehender Fernsehsender und eine mit ihm verbundene Zeitung durchsucht. Dabei soll es sich um die Zeitung "Zaman" in Istanbul handeln, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Vor dem Redaktionshaus hätten sich Unterstützer versammelt und gegen die Razzia protestiert. Der Fernsehsender NTV berichtete, insgesamt seien 32 Haftbefehle in 13 Provinzen erlassen worden.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan wirft der "Hizmet"-Bewegung seines einstigen Verbündeten Gülen vor, staatliche Institutionen unterwandert zu haben, um die Regierung zu stürzen. Gülen weist das zurück. Auch hinter den vor einem Jahr aufgetauchten Korruptionsvorwürfen gegen seine Regierung sieht Erdogan die Gülen-Bewegung. Als Reaktion ließ Erdogan noch vor seinem Wechsel vom Amt des Ministerpräsidenten in das Amt des Staatschefs im August tausende mutmaßliche Anhänger des Predigers in Polizei und Justiz versetzen und Schulen der Gülen-Bewegung schließen. Gülen ist ein Rivale von Erdogan.

Gülen war 1997 in die USA ins selbstgewählte Exil gegangen, nachdem die türkischen Behörden ihm islamistische Umtriebe vorgehalten hatten. Er unterhält weltweit zahlreiche Unternehmen und Schulen, die weltlich ausgerichtet sind.

pg/kle (dpa, afp, rtr)