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Aktuell Europa

Razzien bei Islamisten in Nordrhein-Westfalen

Spezial-Einsatzkräfte der Bundespolizei haben bei Razzien in Düsseldorf und im Sauerland Häuser und Wohnungen von Islamisten durchsucht. Die Zahl der Salafisten in Deutschland steigt derweil weiter.

Die Razzien in Nordrhein-Westfalen brachten nach Angaben der federführenden Staatsanwaltschaft in Berlin keine Erkenntnisse über einen terroristischen Hintergrund der Verdächtigen. "Es gibt keine Beziehungen zu den Anschlägen in Paris", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner.

Vier Verdächtige

Vier Personen stünden in Verdacht, versucht zu haben, sich in Berlin gefälschte französische Pässe zu beschaffen. Bei den Durchsuchungen seien Computer und Unterlagen sichergestellt worden. Festnahmen habe es nicht gegeben, teilte der Sprecher weiter mit.

Nach Angaben Steltners durchsuchten die Polizisten unter anderem ein Mehrfamilienhaus im Düsseldorfer Stadtteil Flingern. Dort wohnt nach Informationen der Deutschen Presseagentur ein deutscher Konvertit und einstiger Weggefährte von "Dschihadi John", dem berüchtigten Henker der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Die beiden Männer waren früher zusammen in Tansania gewesen. "Dschihadi John", ein gebürtiger Brite wurde kürzlich wahrscheinlich bei einem US-Luftangriff in Syrien getötet. Die Razzia habe aber nicht dem deutschen Islamisten gegolten, hieß es laut dpa aus Ermittlerkreisen.

Bei den Terroranschlägen in Paris vom 13. November waren mindestens 130 Menschen getötet worden. Zu den Taten hatte sich der IS bekannt. Durchsuchungen in Deutschland auf der Suche nach Tätern oder Hintermännern blieben bislang ohne Ergebnisse.

Salafisten in Frankfurt am Main beim Gebet (Archivbild: dpa)

Salafisten in Frankfurt am Main beim Gebet

Fast 8000 Salafisten

Die Zahl der Salafisten in Deutschland hat unterdessen nach Angaben des Verfassungsschutzes einen neuen Höchststand erreicht. Es seien rund 7900 Menschen als Anhänger dieser ultrakonservativen Richtung des Islam identifiziert worden, sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen der Berliner Zeitung "Tagesspiegel". Vor zwei Jahren seien es noch etwa 5500 gewesen.

Allerdings wachse die Zahl von Islamisten, die in das Konfliktgebiet Syrien-Irak reisten, nicht mehr so rasch wie zuvor. 760 "Dschihad-Reisende" aus Deutschland hätten sich seit Beginn des syrischen Bürgerkrieges auf den Weg in die Region gemacht, berichtete der Verfassungsschutzchef. 2014 hatte seine Behörde noch eine Verdopplung der Ausreisen von 270 auf 550 registriert.

Zwei Festnahmen in Belgien

In Belgien nahmen die Ermittlungsbehörden im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris zwei weitere Verdächtige fest. Dem Franzosen und dem Belgier werde vorgeworfen, an terroristischen Handlungen beteiligt gewesen zu sein, teilte die Staatsanwaltschaft in Brüssel mit. Insgesamt sind damit in Belgien acht Personen wegen der islamistischen Attentate von Paris in Haft.

wl/uh (dpa, afp, rtr)