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Politik

Raus aus Afghanistan!

Themenbild Pro und Contra

Warum sind deutsche Soldaten in Afghanistan? Um den Wiederaufbau des in zahlreichen Kriegen und Bürgerkriegen zerstörten Landes zu ermöglichen? Um Freiheit, Wohlstand und Demokratie herzustellen? Um den internationalen Terrorismus zu bekämpfen? Um die Sicherheit Deutschlands zu gewährleisten? Befürworter des Afghanistan-Engagements, ob Politiker oder Publizisten, beantworten sämtliche Fragen mit einem klaren "Ja!"

Jedes einzelne Motiv für sich genommen ist edel und theoretisch unterstützenswert. Aber sind die hehren Ziele auch praktisch erreichbar? Die Antwort nach sieben Jahren Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan lautet: "Nein". Der international agierende Terrorismus ist in keiner Weise besiegt. Im Gegenteil: Er hat sich auf besorgniserregende Weise ins benachbarte Pakistan ausgeweitet. Zudem ist Deutschland selbst verstärkt ins Visier der Terroristen geraten.

Im Ergebnis ist also sowohl die äußere als auch die innere Sicherheit stärker gefährdet als vor der Entscheidung, deutsche Soldaten an den Hindukusch zu schicken. Im Moment spricht nichts für einen guten Ausgang. Die Taliban gewinnen seit Monaten im wahrsten Sinne des Wortes an Land und damit an Einfluss. Der lange Zeit als vergleichsweise sicher geltende Norden, wo sich das Bundeswehr-Hauptquartier befindet, gerät zunehmend unter Beschuss.

Die Befürworter des Afghanistan-Einsatzes werden auf die unbestreitbaren humanitären Erfolge verweisen: neue Krankenhäuser, Schulen und Straßen. Gleichzeitig aber blüht der Mohnanbau weiter, und die Drogen-Dealer verdienen sich unter den Augen auch deutscher Soldaten eine goldene Nase. Von bahnbrechenden Fortschritten in Sachen Demokratie ganz zu schweigen. Die Gesamt-Bilanz in Afghanistan fällt also sehr bescheiden aus, die Perspektive ist unklarer denn je. Nötig ist deshalb ein geordneter Rückzug in einem überschaubaren Zeitrahmen. Ohne Wenn und Aber: Raus aus Afghanistan!

Autor: Marcel Fürstenau
Redaktion: Martin Schrader

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