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Wissen & Umwelt

Raumsonden-Trümmer krachen in den Ozean

Wrackteile der außer Kontrolle geratenen Marssonde "Phobos-Grunt" sind in den Südpazifik gestürzt - fernab jeglicher Zivilisation. Das Scheitern der Mission ist ein schwerer Schlag für die Raumfahrt-Nation Russland.

'Phobos-Grunt' (Foto: AP)

"Phobos-Grunt" - vor dem Start

Einheiten der militärischen Weltraumaufklärung hätten den Absturz von Bodenstationen aus registriert, teilte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Alexej Solotuchin, mit. Die beim Eintritt in die Erdatmosphäre nicht verglühten Teile der Raumsonde "Phobos-Grunt" seien gut 1200 Kilometer westlich der zu Chile gehörenden Insel Wellington im Pazifik niedergegangen, heißt es aus Moskau.

Nach Schätzungen von Experten könnten 20 bis 30 Wrackteile mit einem Gesamtgewicht von 200 bis 300 Kilogramm die Erdoberfläche erreicht haben. Die Giftstoffe im tonnenschweren Treibstoff-Tank der Sonde sowie das radioaktive Kobalt an Bord sollten nach Angaben der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos in der Atmosphäre verglühen. In der Sonde befanden sich zudem Behälter mit Mikroorganismen, Mückenlarven, Krebstieren und Samen.

Ehrgeiziges Projekt

Raketenstart mit Marssonde in Baikonur (Foto: dapd)

Vor gut zwei Monaten wurde die Sonde ins All geschossen

"Phobos-Grunt" war am 9. November 2011 vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet und sollte bis 2014 im All bleiben, den Marsmond Phobos erforschen sowie Proben mit zur Erde bringen. Wegen einer technisch bislang nicht vollständig geklärten Panne am Motor kam die umgerechnet rund 120 Millionen Euro teure und 13,5 Tonnen schwere Raumsonde aber nicht über die Erdumlaufbahn hinaus. Mit der ersten interplanetaren Mission seit 15 Jahren hatte die Raumfahrtnation Russland - nach zahlreichen Rückschlägen - wieder international Eindruck machen wollen.

Und nun?

Unklar ist, wie es nun in der russischen Marsforschung weitergeht. Vieles deutet darauf hin, dass sich das Land verstärkt als Partner in internationale Projekte einbringen will. So hat Roskosmos kürzlich sein großes Interesse an der Umsetzung der sogenannten "Global Exploration Roadmap" (GER) bekräftigt. Diese war von zwölf Raumfahrtagenturen, darunter auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), entwickelt worden, um international die Weltraumforschung koordiniert voranzutreiben. Fernziel ist ein bemannter Marsflug in etwa 25 Jahren.

Autor: Christian Walz (dpa, dapd, afp)
Redaktion: Stephan Stickelmann

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