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Wirtschaft

Rauf auf die Schiene!

Die Zukunft der Eisenbahn steht auf dem Weltkongress zur Eisenbahnforschung in Köln zur Diskussion.

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Wer nicht weiter weiß, der gründet eine Forschungsgemeinschaft: In Köln werden zurzeit die Bahnkonzepte des 21. Jahrhunderts diskutiert

Industrie, Betreiber und Politik überlegten gemeinsam, wie die Bahn fit für das neue Jahrtausend gemacht werden kann.

Die ganze Welt habe Probleme mit dem Transport. Die Bahn könne diese lösen, müsse dafür aber besser werden, forderte Roland Heinisch, Vorsitzender des World Congress on Railway Research. Deshalb gründeten Bahnindustrie und Betreiber auf dem Bahn-Technik Kongress am Montag in Köln erst einmal eine Forschungsinitiative, denn der technlogische Nachholbedarf ist groß. In Zukunft wollen die großen europäischen Eisenbahnen - allen voran die Deutsche Bahn AG und die französische SNCF - noch stärker kooperieren, der nächste Hochgeschwindigkeitszug soll gemeinsam entwickelt werden. Die Deutsche Bahn sieht bereits die "Renaissance der Bahnen" auf sich zurollen.

Doch noch gibt es Probleme. Bahnchef Hartmut Mehdorn glaubt, "dass der Erfolg des Systems Bahn entscheidend davon getragen wird, wie es uns gelingt, das Frachtproblem in Europa gemeinsam zu lösen. Das ist die Schlüsselaufgabe. Im Personenverkehr glauben wir, haben wir klare Schritte und Themen vor uns. Da werden wir es schaffen. Fracht wird die kritische und die wichtige Schlüsselfrage, um die wir uns mit Hochdruck kümmern."

Neues Konzept soll Abhilfe schaffen

300 Millionen Tonnen transportiert die Deutschen Bahn jedes Jahr. Damit machen ihre Züge rund 100.000 LKW-Fahrten überflüssig. Es könnte noch mehr werden, doch dazu fehlt die Infrastruktur. Hartmut Mehdorn: "Europa auf der Schiene ist voll. Fracht kann eigentlich in Europa und auch speziell in Deutschland nur noch nachts stattfinden. Zu 60 Prozent fahren unsere Züge in der Nacht und das zeigt schon, wo das Dilemma liegt. Wir haben in Deutschland eine Strategie, die wir mit der Überschrift Netz 21 überschreiben, wo wir uns die Entflechtung des Frachtverkehrs von dem Personenverkehr vorgenommen haben."

So sollen Strecken, die durch den Bau von neuen Hochgeschwidigkeitstrassen frei werden, in Zukunft für den Güterverkehr genutzt werden. Doch wenn die Bahn ihre Probleme lösen will, muss sie investieren. Gleichzeitig gehen aber ihre Frachtraten zurück. Mit einem Angebot aus einer Hand will Mehdorn hier gegensteuern: In Zukunft will die Bahn den Transport vom Bahnhof zum Kunden wieder selbst in die Hand nehmen. Zudem will die Bahn schneller, besser und vor allem europäischer werden, so Mehdorn:
"Wir glauben, dass dies europäische Schienennetz noch sehr viel weiter ausgebaut werden muss, und dass die Strecken, die in Frage kommen, gerade der Hauptstadtverkehr auch eine große Zukunft hat."

Konkurrenz belebt das Geschäft

Und was für Personenzüge gilt, gilt auch für den Frachtverkehr. Gerade bei Transporten quer durch Europa sollen die Bahnen den LKWs in Zukunft mehr Konkurrenz machen. Die EU hat dafür bereits neue Rahmenbedingungen ausgearbeitet, im Jahr 2003 werden sie in Kraft treten. Mehdorn träumt hier von einer Rail-Alliance - ähnlich der Staralliance bei den Fluggesellschaften -, in der die europäischen Bahnen ihren Service zusammenlegen. Züge könnten durchfahren, ohne an der Grenze das Personal zu wechseln, Fahrkarten würden pro Fahrt und nicht pro Land ausgestellt und auch der europäische Güterverkehr könnte besser koordiniert werden.

Zwischen Deutschland und Frankreich sollen schon bald Güterzüge mit einer Länge von über 2,5 Kilometern und insgesamt 128 Waggons pendeln. Das computergesteuerte System, das dies ermöglicht, wurde auf dem Bahn-Technik Kongress präsentiert.

  • Datum 27.11.2001
  • Autorin/Autor Erik Albrecht
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1PpN
  • Datum 27.11.2001
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