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Rauchiges

Was für ein Genuss – dieses Einsaugen des Rauchs glimmender Pflanzenteile in die Mundhöhle, verbunden mit dem Transport des Rauchs in die Lunge. Schade, dass es das Rauchen bald nicht mehr gibt - Schade?

Es gibt so viel, was man rauchen kann! Es gibt aber noch mehr, was man mit dem Rauchen „machen“ kann: Es einschränken, unterlassen und aufgeben. Man kann es sogar verbieten!

Versuchtes Lob der Rauchzeichen

Warum sind die Raucher und ihre Zigaretten so unbeliebt? Vielleicht sollte man ein so ernstes Thema wie das Rauchen mit einem alten Scherzlied beginnen: „Wo man raucht“, heißt es dort, „da kannst du ruhig harren, böse Menschen haben nie Zigarren.“ Es gibt so viele Redensarten über das Rauchen. Werden sie aussterben? Aussterben wie die Raucher...?

Manche Redensart ist schon heute nicht mehr gebräuchlich, zum Beispiel: „Jemandem Rauch verkaufen“. Das macht der, der einem anderen durch leeres Geschwätz gefallen will, durch ein Nichts an Inhalt. Aber kann so etwas denn schädlich sein – ein Nichts? Kein Wunder, dass der Rauch sich allmählich in Rauch auflöst, in nichts. Immer häufiger ist bereits von „heißer Luft“ die Rede. Bald wird man nicht mal mehr den Begriff „Rauch“ kennen. Der Name wird – wie es in Goethes „Faust“ heißt - „Schall und Rauch“ werden.

Ein Nichts an Versuchung

Aus einem Nichts mit Namen wird ein namenloses Nichts. Kaum besser als dem Rauch ergeht es dem Dampf und dem Dunst. Einem einen blauen Dunst vormachen, heißt, einem nichts erzählen, was der Realität entspricht. In Frankreich sind die „Contes bleus“, die blauen Erzählungen, nichts anderes als Märchen. Ähnlich dem Dunst gibt auch der Dampf ein Bild schöner Nichtigkeit ab, so in dem Urteil: „Er ist ein Hans Dampf in allen Gassen“.

Bei aller Nichtigkeit: der Rauch und seine Verwandten haben nichts mit Langsamkeit zu tun. Riesig ist der Energieaufwand, sehr klein ist der Nutzen – wenn es da heißt: „Viel Rauch um Nichts“. Und wenn „der Kopf raucht“ will man uns weismachen, dass bei angestrengtem Nachdenken die Körpertemperatur des Menschen – wie bei einer heißlaufenden Dampfmaschine - ansteigt, so dass man einen heißen Kopf bekommt. Oder stimmt das am Ende? Könnte es was zu tun haben mit Wasserdampf als Treibkraft, also mit „tüchtig Dampf hinter etwas machen“? Könnte sein. Müsste man mal drüber nachdenken... aber schnell!

Schlechter Rauch und schlechter Ruf

Wenn „der Schornstein raucht“, gehen die Geschäfte gut. Wer früher „wie ein Schlot“ rauchte, der rauchte sehr viel, ja ununterbrochen. Heute würde sich der so Verglichene auf dem Weg zum Nichtraucher befinden, denn es gibt immer weniger Schlote, die rauchen. Das Industriezeitalter wechselt ins Dienstleistungszeitalter, Hochöfen werden zu Partyräumen umgebaut und Zigarettenliebhaber werden umgepolt zu Nikotinkaugummikauern.

Dem berühmten Werbespruch vom „Duft der großen, weiten Welt“ ist nach gerade mal fünfzig Jahren schon die Luft ausgegangen. Auch das schöne russische Sprichwort „Wer die Wärme liebt, muss den Rauch dulden“ gilt angesichts der Verschmutzung durch fossile Brennstoffe als veraltet.

Mit Schimpf und Goethe

Wer ist nun schuld daran, dass man das ganze „Rauchtum“ komplett in der Pfeife rauchen kann? Diese Pfeifen von Nichtrauchern! Alle rauchten. Humphrey Bogart, Kommissar Maigret, Marlene Dietrich, viele große Autoren und oft genug rauchten die nicht bloß Zigaretten. Das Rauchen macht dumm. Es macht unfähig zum Denken und Dichten“, widerspricht in einem Brief Johann Wolfgang von Goethe. „Wenn es so fortgehen sollte“, warnte der große Dichter vor fast 200 Jahren“, so wird man nach zwei oder drei Menschenaltern schon sehen, was diese Bierbäuche und Schmauchlümmel aus Deutschland gemacht haben“.

So mancher kultureller Errungenschaft wird eine Zigarre verpasst werden, womöglich eine finale. Eine Zigarre verpasste übrigens früher ein Offizier einem Soldaten, um dessen Strafe abzumildern. Heute wäre die Zigarre eine Strafverschärfung! So ändern sich die Zeiten. Worte wie „Paffen“ (der Zigarre) und „Schmauchen“ (der Pfeife) sind fast vergessen, wer kennt heute noch „blaken“ oder „kulchen“?

Nachruf

Dem Rauchen als beliebter Freizeitbeschäftigung und Suchtkrankheit droht das Verschwinden. Ein Fortschritt? Ist die Erde sicherer geworden, seitdem nirgendwo mehr Friedenspfeifen geraucht werden?


Fragen zum Text

Wenn jemandem der Kopf raucht, dann …

1. raucht er/sie eine Zigarette.

2. denkt er/sie angestrengt nach.

3. brennen die Haare.

Wenn der Schornstein raucht,

1. rauchen auch die Mitarbeiter einer Fabrik.

2. handelt es sich um eine Zigarrenfabrik.

3. gehen die Geschäfte gut.

Ein russisches Sprichwort lautet „Wer die Wärme liebt, …

1. muss eine Zigarette rauchen“

2. sollte eine Pfeife paffen.“

3. muss den Rauch dulden.“

Arbeitsauftrag

Sollte das Rauchen in öffentlichen Gebäuden und Restaurants verboten werden? Bilden Sie zwei Gruppen. Die eine ist für ein Rauchverbot und die andere Gruppe ist dagegen. Schreiben Sie in der Gruppe Ihre Argumente auf. Diskutieren Sie dann gemeinsam. Welche Gruppe hatte die stärkeren Argumente und warum?

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