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Kultur

Raubkunst auch in Gurlitts Salzburger Haus

Nach Einschätzung eines Provenienzforschers befindet sich auch in der Salzburger Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt Raubkunst. Die Sammlung dürfte zudem wertvoller sein als der Münchner Kunstfund.

Wie der Provenienz-Experte Willi Korte der Nachrichtenagentur dpa mitteilte, handelt es sich bei dem Gemälde "Paris Kathedrale" von Camille Pissarro aus dem Jahr 1902 um ein Werk, das der jüdischen Familie Heilbronn in Frankreich geraubt wurde. Korte hat bereits in den frühen 1990er Jahren den Quedlinburger Domschatz in Texas aufgespürt.

Bild auch auf amerikanischer Website

Korte war in der am Donnerstag (27.11.) vom Berner Kunstmuseum veröffentlichten Werkliste auf das Bild aufmerksam geworden. Laut seinen Angaben befindet es sich auch auf der Seite eines amerikanischen Forschungsprojektes zur Nazi-Raubkunst. 1945 soll sich das Bild vorübergehende auf Schloss Hohenschwangau befunden haben. Wie es in die Sammlung von Gurlitts Vater Hildebrand gelangte, der einer der Kunsthändler Adolf Hitlers war, ist bislang unklar.

Pissarros Gemälde erzielen auf dem internationalen Kunstmarkt Höchstpreise. Im Februar dieses Jahres war das Pissarro-Gemälde "Le Boulevard Montmartre" für 19,7 Millionen Pfund (23,7 Millionen Euro) bei Sotheby's in London versteigert worden.

Salzburger Teil der Sammlung bedeutender als Schwabing

Die Salzburger Sammlung (im Bild Gurlitts Salzburger Domizil) dürfte den weitaus wertvolleren Teil der Gurlitt-Sammlung umfassen. Neben dem Pissarro finden sich dort Ölgemälde von Gustave Courbet, Paul Cézanne, Edouard Manet und Claude Monet neben Werken von Pablo Picasso, Auguste Renoir, Wassily Kandinsky, Ernst-Ludwig Kircher, Paul Klee, Edvard Munch, Emil Nolde und Max Liebermann, wie aus der Werkliste hervorgeht.

pj/qu (dpa)