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Fußball

Rauball: "Terror nicht weichen"

Die Nationalspieler sind zurück bei ihren Familien. Fraglich ist, ob am Dienstag das Testspiel gegen die Niederlande wie geplant stattfinden wird. DFB-Interimspräsident Rauball spricht sich dafür aus.

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Es lag eine gespenstische Stille über dem Stade de France, als die verängstigten und schockierten deutschen Weltmeister am Samstagmorgen die Endspielarena der EM 2016 verließen. Bundestrainer Joachim Löw blickte fast zehn Stunden nach der 0:2 (0:1)-Niederlage der DFB-Elf gegen Frankreich in übermüdete und blasse Gesichter, die Anschläge in Paris während des EM-Härtetests hatten auch Kapitän Bastian Schweinsteiger und Co. erschüttert.

Angesichts von weit über 100 Toten an diesem schwarzen Freitag

rückt der Fußball völlig in den Hintergrund. "Wir haben am Freitag en Fußballspiel verloren - und es gibt nichts, was in diesem Moment unwichtiger war", hieß es in einer offiziellen Stellungnahme der Nationalmannschaft.

Erst langsam wird Löw und den Spielern bewusst, wie nahe auch sie dran waren an dieser Katastrophe. Drei Menschen wurden bei Explosionen in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stadion in St. Denis getötet: von der Gegentribüne aus soll der Tatort Augenzeugen zufolge sogar zu sehen gewesen sein. Auch die französischen Spieler blieben über Nacht im Stadion. "Die Franzosen haben gesagt, dass sie auch bleiben, wenn die Deutschen hierbleiben müssen", erklärte DFB-Interimspräsident Reinhard Rauball. "Das war ein tolles Zeichen."

"Terror nicht weichen"

Das DFB-Team ist mittlerweile wieder in Deutschland, die Spieler sind in ihre Heimatorte zurückgekehrt. In einer Pressemitteilung ließ der Deutsche Fußballverband mitteilen, dass alle Termine am Sonntag gestrichen seien. Ob der Weltmeister wie geplant am Dienstag (20:45 Uhr MEZ) in Hannover zum letzten Länderspiel des Jahres gegen die Niederlande antreten wird, ist noch offen.

"Das Spiel steht erst mal, wir werden darüber aber intern sprechen", sagte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff gegenüber dem Nachrichtensender n-tv. DFB-Interimspräsident Reinhard Rauball meinte: "Wir werden eine Nacht darüber schlafen und dann sehen, wie wir die Dinge am Dienstag angehen oder nicht angehen. Aber ich bin der Meinung, dass man dem Terror nicht weichen sollte." Der DFB kündigte weitere Informationen im Laufe des Samstags an.

Griezmanns Schwester hielt sich im Bataclan auf

Trotz der Terroranschläge von Paris wird das Länderspiel zwischen England und
EM-Gastgeber Frankreich am Dienstag im Londoner Wembley-Stadion wie geplant stattfinden. Das teilte der französische Verband FFF mit. "Nach Gesprächen mit dem englischen Verband FA, der uns versichert hat, dass es keine speziellen Risiken für eine Austragung gebe, haben wir uns entschieden zu spielen", teilte ein FFF-Sprecher mit. Alle für dieses Wochenende geplaten Sportveranstaltungen im Großraum Paris waren zuvor abgesagt worden.

Unterdessen wurde bekannt, dass die Schwester des französischen Nationalspielers Antonie Griezmann das Attentat auf den Pariser Konzertsaal

Bataclan

unbeschadet überstanden hat. "Gott sei Dank konnte meine Schwester den Bataclan verlassen. Alle meine Gebete gelten den Opfern und ihren Familien", schrieb Grizemann in der Nacht auf Samstag bei Twitter.

Die Nationalmannschaft gedachte auf ihrer Facebook-Seite der Opfer und postete in der Nacht zum Samstag ein neues Titelbild mit der in in weiß gehaltenen Botschaft "Nous sommes unis" (Wir sind vereint) auf schwarzem Grund.

Mittlerweile hat sich auch der Europäische Fußballverband geäußert: "Die UEFA ist tief geschockt und traurig über die tragischen Ereignisse und möchte Frankreich und denjenigen, die von diesen schrecklichen Akten betroffen sind, ihre Unterstützung und Solidarität ausdrücken", teilte die Europäische Fußball-Union UEFA mit.

In vier Wochen werden Bundestrainer Löw und Teammanager Bierhoff erneut nach Paris reisen. Dann sollen in der französischen Hauptstadt die Vorrundengruppen für die EM vom 10. Juni bis 10. Juli 2016 ausgelost werden.

sw/sc (dpa, sid)

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