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Ostmitteleuropa

Rat der Deutschen in Oberschlesien gegründet

- Organisation soll die Deutschen der Region vereinen und nach außen vertreten

Warschau 12.9.2002, PAP, poln.

Die Organstationen der deutschen Minderheit in Polen, die in der Woiwodschaft Slask (Oberschlesien) agieren, haben einen Rat der Deutschen in Oberschlesien (RNG) gegründet. Die Gründungsmitglieder erklären, dass sie sich vereinigen wollten, weil sie um die Zukunft der deutschen nationalen Gruppe in Polen besorgt sind.

"Das ist eines der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte der deutschen nationalen Minderheit in Schlesien in der letzten Zeit", sagte das führende Mitglied der Deutschen Gemeinschaft "Vereinigung und Zukunft", Dietmar Brehmer, auf einer Pressekonferenz, die am Mittwoch (11.09.) in Katowice (Kattowitz) stattfand.

Zu den Gründern des Rates gehören außer den Mitgliedern der Gemeinschaft "Vereinigung und Zukunft" auch die Aktivisten des Soziokulturellen Verbandes der Deutschen Minderheit in Polen und des Verbandes der Deutschen Jugend.

"Wir wollten eine Initiative starten, die die deutsche Minderheit vereinigen soll. Es geht darum, sich nicht nur beim Kaffe oder Tee zu treffen, sondern auch nach Außen zu gehen", sagte Dietmar Brehmer und fügte hinzu, dass die Gründung des Rates nicht mit der Auflösung anderer deutscher Verbände und Organisationen in dieser Region verbunden sei. Das Ziel des Rates bestehe vielmehr darin, die Aktivitäten der Deutschen in Oberschlesien zu koordinieren und als Berater für die Organisationen der deutschen Minderheit in dieser Region zu dienen. Ferner soll der Rat die Gründung eines "Parlaments der Deutschen Minderheit" initiieren. "Ähnliche nationale Parlamente wurden bereits in Ungarn und Rumänien gegründet", erklärten die Ratsgründer.

Die Teilnehmer der Pressekonferenz teilten außerdem noch mit, dass andere Organisationen in Oberschlesien versuchen, die "deutsche Kultur" für sich zu vereinnahmen. Aus diesem Grunde muss sich diese nationale Minderheit vereinigen, um sich diesen Praktiken widersetzen zu können. Nach den Schätzungen von Dietmar Bremher leben in Oberschlesien 80 000 bis 90 000 Personen deutscher Abstammung.

Als Hauptziele des Rates der Deutschen in Oberschlesien wurden u.a. die Entwicklung der deutschen Kultur in Oberschlesien wie auch soziale und humanitäre Initiativen erwähnt, die "das Unrecht wiedergutmachen sollen, das den Deutschen in Oberschlesien nach 1945 zugefügt wurde". Ferner wird beabsichtigt, solche Änderungen im Wahlrecht durchzusetzen, die eine stärkere Beteiligung der Minderheit an den staatlichen Organen ermöglichen sollen.

Nach dem Wunsch der Vertreter der deutschen Minderheit soll die neue Organisation die Deutschen bei Gesprächen mit den Woiwoden und den zentralen Behörden vertreten.

Zum ersten Vorsitzenden des Rates der Deutschen in Oberschlesien wurde der Priester Konrad Wersch, der Seelsorger der deutschen Minderheit in Schlesien gewählt. Priester Konrad Wersch ist im Jahre 1929 in Zabrze (damals Hindenburg) geboren worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er nach Deutschland vertrieben. Die Funktion des Seelsorgers der deutschen Minderheit in Oberschlesien übt er seit drei Jahren aus. (Sta)

  • Datum 12.09.2002
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