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Europa

Rasmussen löst Rasmussen ab

Am Wochenende (03./04.04.2009) wurde der dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen zum NATO-Generalsekretär gewählt. Ihm folgt ein Namensvetter nach: der bisherige Finanzminister Lars Løkke Rasmussen.

Lars Løkke Rasmussen (AP Photo/Tariq Mikkel Khan/POLFOTO/05.04.2009)

Der Neue: Lars Løkke Rasmussen ist seit dem 05.04.2009 Ministerpräsident von Dänemark

Sichtlich bewegt und mit unsicherer Stimme übergab der dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen die Amtsgeschäfte an seinen Finanzminister Lars Løkke Rasmussen. "Egal, was du tust, du erntest Kritik", sagte er zu ihm. Die Medien seien fordernd und man müsse Minister, die vorpreschen, an die kurze Leine nehmen. "Wenn du das tust, dann aber heißt es, du regierst mit harter Hand, hast Allmachtsfantasien. Wenn du es aber nicht tust, sagen alle, du hast nichts unter Kontrolle.“

Ambitioniertes Ziel

Anders Fogh Rasmussen (AP Photo/Geert Vanden Wijngaert/04.04.2009)

Der Alte: Anders Fogh Rasmussen ist statt in Dänemark jetzt bei der NATO

Lars Løkke Rasmussen kämpft mit einem Imageproblem: Viele Wähler halten ihn für wenig charismatisch und sagen ihm eine kurze Zukunft als Ministerpräsident voraus. Ein wenig erinnert die Situation an Gordon Brown, als er Nachfolger von Tony Blair wurde. "Viele fragen sich, ob ich diese Verantwortung schultern kann. Ich werde meine ganze politische Erfahrung, die ich in 22 Jahren als Politiker gesammelt habe, und meine gesamte Energie darein investieren, meine Kritiker vom Gegenteil zu überzeugen“, sagt er.

Zunächst wolle er sich darauf konzentrieren, Dänemark aus der Wirtschafts- und Finanzkrise zu führen. Er wolle die Auswirkungen der Krise minimieren. "Wir sind eine kleine, offene Volkswirtschaft, die vom Export lebt, und natürlich werden wir so besonders hart von der Krise auf den internationalen Märkten getroffen." Der Tiefpunkt der Krise sei noch keineswegs erreicht. Dänemark habe viele schmerzliche Monate vor sich, erklärte Løkke Rasmussen.

Ein tüchtiger Politiker mit viel Erfahrung

Die dänische Flagge

Auch Dänemark trifft die Wirtschaftskrise hart

Unterstützung erhielt der neue Ministerpräsident von seinem Koalitionspartner, den Konservativen. Løkke Rasmussen trete in große Fußspuren, so die Parteivorsitzende und Wirtschaftsministerin Lene Espersen. Sein Vorgänger Anders Fogh Rasmussen sei einer der erfolgreichsten Ministerpräsidenten in der Geschichte des Landes gewesen. Doch Lars Løkke Rasmussen werde die Dänen überraschen und sie im Sturm erobern, ist sie sich sicher. "Er hat einen anderen Stil als sein Vorgänger. Aber er ist der tüchtigste Politiker seiner Generation."

Die Opposition hingegen will die Gunst der Stunde nutzen und fordert Neuwahlen. Jeder Ministerpräsident brauche ein eigenes Mandat, sagt Helle Thorning-Schmidt, Parteivorsitzende der Sozialdemokraten. "Mit einer Wirtschaftskrise von historischer Dimension braucht derjenige, der das Land durch diese turbulenten Zeiten hindurchführt, einen Regierungsauftrag vom Volk."

Stolz auf Fogh Rasmussen

Lars Løkke Rasmussen scheinen die Vergleiche mit seinem Vorgänger nicht zu irritieren – jedenfalls noch nicht. Er ist stolz, dass Anders Fogh Rasmussen als kommender NATO-Generalsekretär den höchsten internationalen Posten besetzt, den ein Däne je erreicht hat. Und er sei Gegenwind gewohnt, sagt der leidenschaftliche Hobby-Radfahrer: "Ich bin in den vergangenen Jahren zwei Mal nach Paris geradelt. Glauben Sie mir, ich weiß, wie man einen Berg hochkommt."

Autor: Marc-Christoph Wagner
Redaktion: Julia Kuckelkorn

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