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Aktuell Afrika

Rasche Truppenentsendung angemahnt

Der UN-Sicherheitsrat hat sich für die schnelle Entsendung einer internationalen Truppe nach Mali ausgesprochen. Das Gremium rief die UN-Mitgliedstaaten auf, der malischen Armee gegen Terrorgruppen zu helfen.

Bewaffnete Kämper der Islamistengruppe Ansar Dine in Mali (Foto: afp/Getty Images)

Ansar Dine Kämpfer in Mali

Angesichts des Vorrückens der Rebellen in Mali zeigte sich der UN-Sicherheitsrat besorgt. Die neue Lage stelle eine ernsthafte Verschlechterung der Sicherheitslage dar und gefährde die Einheit des Landes, erklärte das Gremium. Die geplante Internationale Unterstützungsmission in Mali (Afisma) sollte rasch losgeschickt werden, um "die von terroristischen Organisationen ausgehende Bedrohung zu reduzieren". Die Sondersitzung war von Frankreich beantragt worden. Nach Angaben von Diplomaten wurde die Sorge über den jüngsten Vormarsch der Islamisten geäußert, die seit neun Monaten den Norden des Landes kontrollieren.

In den vergangenen Tagen hatten sich die Regierungstruppen heftige Gefechte mit den Islamisten geliefert. Augenzeugen zufolge übernahmen sie die Kontrolle über die strategisch wichtige Ortschaft Konna nahe der Stadt Mopti im Zentrum des Landes. Sie liegt etwa 600 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bamako. Nach Angaben von Einwohnern gingen der Eroberung die schwersten Kämpfe seit Beginn des Islamisten-Aufstandes vor neun Monaten voran. Diplomaten zufolge bewegen sich etwa 1200 Rebellen in Richtung der Hauptstadt Bamako.

Präsident bittet um Hilfe

Malis Übergangspräsident Dioncounda Traoré bat Diplomaten zufolge die UNO und Frankreich, den Kampf gegen die Islamisten zu unterstützen. Er will sich an diesem Freitag angesichts der Eskalation der Lage in einer Rede an das Volk wenden. Das teilte sein Sprecher Manga Dembélé im staatlichen Fernsehen mit.

Frankreichs Präsident Francois Hollande sagte Mali inzwischen Hilfe zu. Er werde sich dabei strikt an den von der UN-Resolution vorgegebenen Rahmen halten und an der Seite der afrikanischen Partner Hilfe leisten, sagte Hollande in Paris. Die Welt sei mit einer klaren Aggression konfrontiert, die die Existenz Malis bedrohe.

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle schloss einen Einsatz der Bundeswehr in dem westafrikanischen Krisenstaat derzeit aus. Deutschland sei zu Ausbildungshilfe für die malischen Streitkräfte nur bereit, wenn es einen "tragfähigen Fahrplan für die Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung" gebe. sagte Westerwelle in Berlin.

Zentralregierung durch Putsch geschwächt

Die malische Regierung war im März 2012 durch einen Militärputsch gestürzt worden. Tuareg-Rebellen brachten daraufhin gemeinsam mit Islamisten den Norden des Landes unter ihre Kontrolle. Anschließend vertrieben die besser bewaffneten und finanzierten Islamisten die Tuareg-Rebellen jedoch aus den wichtigsten Städten und erklärten die islamische Scharia zur Rechtsnorm. Sie zerstörten bereits mehrere Weltkulturerbestätten. Der Westen befürchtet, dass sich die Region zum Rückzugsgebiet für radikale Muslime und Terrorgruppen entwickeln könnte.

Der UN-Sicherheitsrat gab Mitte Dezember grünes Licht für eine Entsendung afrikanischer Truppen.

kle/qu/gmf (afp, rtr, dpa)

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