1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Deutschland

Ramelow ist erster linker Ministerpräsident

Mit der knappen Mehrheit von einer Stimme hat die rot-rot-grüne Koalition Bodo Ramelow zum Ministerpräsidenten von Thüringen gewählt. Der 58-Jährige ist damit der erste Linke an der Spitze eines Bundeslandes.

Bereits ein einziger Abweichler hätte ausgereicht, um Bodo Ramelow scheitern zu lassen. Linke, SPD und Grüne kommen im Erfurter Landtag auf 46 Sitze. Die Opposition aus CDU und AfD hat genau ein Mandat weniger, doch die hauchdünne Mehrheit von einer Stimme hatte entgegen aller Unkenrufe im Vorfeld auch am heutigen Wahltag Bestand - allerdings erst im zweiten Wahlgang. Seit 10.50 Uhr ist Ramelow der erste Linken-Politiker, der die Geschicke eines Bundeslandes führen darf.

Für den Fall, dass Ramelow in den ersten beiden Wahlgängen nicht die erforderliche Mehrheit erreichen sollte, hatte sich die CDU-Fraktion darauf verständigt, einen überparteilichen Kandidaten ins Rennen zu schicken. Die Wahl fiel dabei auf den Klaus Dicke, den früheren Rektor der Universität Jena.

Erfolgsgeschichte im Osten

Nach Ansicht des Parteienforschers Jürgen Falter von der Universität Mainz könnte die rot-rot-grüne Regierung ein Probelauf für den Bund sein. "Die Linke wird allmählich salonfähig", so Falter in einem Zeitungsinterview. Das läge nicht zuletzt an Politikern wie Ramelow. "Er ist unbelastet von irgendwelchen Stasi-Verstrickungen, das hilft natürlich. Sofern er sein Temperament zügelt und sich zusammenreißt, könnte er das wirklich hinkriegen".

Der gelernte Kaufmann und Ex-Gewerkschaftsfunktionär Ramelow wurde in Niedersachsen geboren und hat seine Jugend in Hessen verbracht. Inzwischen lebt und arbeitet er aber seit 24 Jahren in Thüringen, erst als Landeschef der damaligen Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen und seit 1999 als Abgeordneter im Landtag. Dort wurde Ramelow im Laufe der Jahre als Fraktionschef zur prägenden Gestalt der Linkspartei in Thüringen.

djo/gmf (dpa, rtr, NOZ)