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Devisen

Raketentest lässt die Märkte kalt

Manchmal stecken die Finanzmärkte einfach alles weg, als wenn nichts wäre. Auch wenn es Langstreckenraketen sind. Auch wenn sie aus Nordkorea abgefeuert werden, wie zum wiederholten Mal in der Nacht zum Freitag.

Tokyo Börse 2016 (picture-alliance/dpa/K. Mayama)

Vor der Tokioter Börse

Das Geschoss aus Nordkorea überflog die japanische Insel Hokkaido und landete nach wahrscheinlich 3.700 Kilometern irgendwo im Meer. Der Ausschlag an den internationalen Börsen danach war kaum messbar. Der Nikkei der 225 führenden Werte stieg bis zum späten Vormittag um 0,2 Prozent auf 19.836 Punkte.

Auch am Devisenmarkt blieben die Händler nach dem Raketentest relativ ruhig. Der Euro behauptete sich im fernöstlichen Handel zum Dollar. Die europäische Einheitswährung kostete zuletzt 1,1907 Dollar. Zum Yen stagnierte die US-Währung bei 110,20 Yen, nachdem es einen kurzfristigen Ausschlag nach unten gegeben hatte, als die Nachricht über den erneuten Raketenabschuss des Regimes in Pjöngjang die Runde machte. 

Yen als sichere Währung

Am Devisenmarkt hieß es, die Marktteilnehmer hätten sich offenbar an die Provokationen durch Nordkorea gewöhnt. Der UN-Sicherheitsrat hatte unlängst neue Sanktionen gegen Nordkorea verhängt. Analysten sehen den Raketenabschuss, der über Japan hinweg erfolgte, als Reaktion darauf. "Es gab schon vorher Berichte, die nahelegten, dass Nordkorea einen Raketenstart vorbereiten würde, also war das überhaupt keine Überraschung mehr", fasst Hirokazu Kabeya von Daiwa Securties in Tokio die Stimmung der Händler zusammen.

Bei bisherigen Atomtests und Raketenstarts in Nordkorea hatte es stärkere Ausschläge an den Märkten gegeben. Vor allem der Schweizer Franken ist seither wieder als sichere Währung gefragt. Aber auch der Yen wird von  Devisenhändlern trotz der geografischen Nähe zu Nordkorea gesucht. Japan ist weltweit netto der größte Kreditgeber, und Händler gehen davon aus, dass in unsicheren Zeiten mehr Geld ins Land zurück läuft als hinaus geht. Deshalb ist der Yen in solchen Zeiten besonders gefragt.

ar/uhe (rtr, afp)

 

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