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Aktuell Asien

Raketenstart sorgt für Unruhe

Nordkorea hat mit seinem Raketenstart weltweit Empörung ausgelöst. Die USA und die Vereinten Nationen sprachen von einem "hochprovokativen Akt". In Berlin wurde der Botschafter einbestellt.

Damit will die deutsche Regierung ihre Haltung ganz klar zum Ausdruck bringen, wie ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin mitteilte. Im Gegenzug wird sich der deutsche Botschafter in Pjöngjang bei der nordkoreanischen Regierung einfinden. Außenminister Guido Westerwelle hatte den Raketenstart zuvor scharf verurteilt und gefordert, der Weltsicherheitsrat solle "eine deutliche Antwort auf diese Völkerrechtsverletzung geben".

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Nordkorea feiert Raketenstart

Zum zweiten Mal in diesem Jahr hatte Nordkorea trotz internationaler Warnungen eine Langstreckenrakete gestartet. Laut offizieller Darstellung brachte sie erfolgreich einen Wettersatelliten ins Weltall. Japan, Südkorea und die USA werfen der kommunistischen Führung in Pjöngjang dagegen vor, sie habe eine Langstreckenrakete testen wollen, mit der Atomsprengköpfe transportiert werden können.

Entsprechend fiel die Reaktion aus. Japan verurteilte den Raketenstart als "nicht tolerierbar". Die japanische Armee war im Vorfeld in Alarmbereitschaft versetzt worden. Südkorea rief eine Krisensitzung des Nationalen Sicherheitsrates ein. In Seoul kam es zu spontanen Protestaktionen (großes Bild).

Der Abschuss sei in höchstem Maße provozierend und verstoße gegen UN-Resolutionen, hieß es in Washington. "Die internationale Gemeinschaft muss zusammenarbeiten und eine klare Botschaft senden, dass diese Verstöße Konsequenzen haben", sagte ein Sprecher des Präsidialamts.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach ebenfalls von einem provokativen Akt, der nicht zu billigen sei. Bei der NATO in Brüssel und bei der Europäischen Union befürchtet man eine Destabilisierung der koreanischen Halbinsel. Nach Angaben der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton werden bereits neue Sanktionen gegen das schon weithin isolierte Land geprüft.

Zurückhaltender dagegen zeigte sich Russland. Man bedauere den Raketenstart zutiefst, erklärte das Außenministerium in Moskau. Ähnlich äußerte sich auch Nordkoreas Verbündeter China. Nordkorea habe zwar das Recht auf eine friedliche Erkundung des Weltraums. Doch sei es verpflichtet, sich an die UN-Resolutionen zu halten, wonach es keine Raketen starten und sein Raketenprogramm einstellen solle, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking. Auf Antrag der USA, Japans und Südkoreas befasst sich der Weltsicherheitsrat jetzt mit der Sache.

uh/gri (dpa,rtr,afp)

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