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Nahost

Raketen und Bomben vor neuen Nahost-Gesprächen

In Jerusalem wollen Israelis und Palästinenser offiziell Verhandlungen aufnehmen. Doch wechselseitige Attacken nur Stunden zuvor zeigen einmal mehr, wie schwer der Weg zum Frieden ist.

Nach einem Raketenangriff militanter Palästinenser auf die Grenzstadt Sderot hat die israelische Luftwaffe in der Nacht zum Mittwoch Ziele im Gazastreifen angegriffen. Es seien verdeckte Abschussrampen im Norden des Palästinensergebiets beschossen worden, hieß es in einer Mitteilung der Armee.

Man habe damit auf einen Raketenangriff militanter Palästinenser auf israelische Zivilisten reagiert, sagte Armeesprecher Peter Lerner. "Dies ist eine absurde Situation, die man nirgendwo anders auf der Welt hinnehmen würde." Es gab keine Berichte über mögliche Opfer.

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Israel fliegt Luftangriff auf Gaza

An diesem Mittwoch wollen Israelis und Palästinenser in Jerusalem offiziell ihre Friedensverhandlungen aufnehmen. US-Vermittler Martin Indyk sowie die israelische Verhandlungsführerin Zipi Livni und ihr palästinenischer Gegenpart Sajeb Erekat wollen zunächst Zeitablauf und Modalitäten der Gespräche vereinbaren. Auf Vermittlung der USA hatten Israel und die Palästinenser den Friedensprozess vor zwei Wochen nach knapp dreijährigem Stillstand wieder in Gang gesetzt. Ehrgeiziges Ziel ist ein Friedensabkommen binnen neun Monaten und ein unabhängiger Palästinenserstaat.

Als Zeichen des guten Willens ließ Israel in der Nacht 26 palästinensische Langzeithäftlinge frei. Insgesamt sollen im Gegenzug für die neuen Gespräche mit den Palästinensern 104 Inhaftierte freikommen. Die freigelassenen Häftlinge wurden im Gazastreifen und in Ramallah von jubelnden Menschen empfangen. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas traf sie persönlich in seinem Amtssitz. "Wir begrüßen unsere Brüder, die die Dunkelheit der Gefängnisse in Richtung des Lichts der Freiheit verlassen haben", sagte er. Zugleich äußerte er seine Hoffnung auf die baldige Freilassung weiterer Häftlinge: "Wir werden nicht ruhen, bis alle bei uns sind."

Bau israelischer Siedlungen, hier Pisgat Zeev bei Jerusalem (foto: REUTERS)

Konfliktpunkt und Hindernis für Verhandlungen seit Jahrzehnten: Der Bau israelischer Siedlungen im Palästinensergebiet, hier Pisgat Zeev bei Jerusalem

Überschattet werden die Friedensbemühungen indes nicht nur von den wechselseitigen Raketen- und Luftattacken, sondern auch von neuen israelischen Ankündigungen zum Bau weiterer Siedlungen in Ost-Jerusalem und im Westjordanland. Die Stadt Jerusalem hatte am Dienstag den Bau von 942 Wohnungen in einem besetzten Außenviertel bekanntgegeben. Zuvor hatte Israels Bauministerium Ausschreibungen für mehr als 1100 neue Wohnungen auf besetztem palästinensischen Territorium angekündigt.

sti/SC/nem (rtre, AP, dpa, afp)

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