1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Asien

Rakete tötet mindestens 15 Menschen bei Hochzeit in Afghanistan

Mit dem Jahreswechsel endet der Kampfeinsatz der NATO in Afghanistan. Doch die Gewalt geht weiter. Bei einem Raketeneinschlag während einer Hochzeit in der Provinz Helmand wurden zahlreiche Menschen getötet.

Die Rakete war bei Kämpfen zwischen afghanischen Sicherheitskräften und Aufständischen abgefeuert worden. Das Geschoss schlug in der Nähe einer Hochzeitsgesellschaft im Sangin Distrikt in der Provinz Helmand ein. Nach Angaben der Behörden wurden mindestens 15 Menschen getötet und 45 verletzt. Die meisten Opfer sind Frauen und Kinder. Die Provinz Helmand im Süden Afghanistans gilt als Hochburg der radikalislamischen Taliban.

Ende des Kampfeinsatzes

Der Angriff kommt ausgerechnet an dem Tag, an dem die NATO ihren Kampfeinsatz in Afghanistan offiziell beendet hat. Mit dem Jahreswechsel begann die neue Mission "Resolute Support" (Entschlossene Unterstützung) zur Ausbildung und Beratung der afghanischen Streitkräfte, an der sich 12.000 Soldaten aus 40 Ländern beteiligen. Die Fahne der Kampfmission ISAF war bereits am vergangenen Sonntag bei einer feierlichen Zeremonie im Hauptquartier in Kabul eingeholt worden. Rechtlich gesehen lief die Mission aber noch bis zum 31. Dezember.

Die NATO war in den vergangenen 13 Jahren zeitweise mit 140.000 Soldaten in Afghanistan, unter ihnen mehr als 5000 Deutsche. 55 deutsche Soldaten ließen dort ihr Leben. Insgesamt wurden rund 3500 ISAF-Soldaten in den Kämpfen mit den Taliban und bei Anschlägen getötet.

Sicherheitslage verschlechtert

Für die zunächst auf zwei Jahre angelegte neue Mission bleiben 850 deutsche Soldaten in Afghanistan. Obwohl sie keinen Kampfauftrag mehr haben, bleibt es gefährlich - wie die erneute Gewalt in Helmand zeigt. Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich in letzter Zeit verschlechtert. In den ersten elf Monaten zählten die Vereinten Nationen alleine 3188 getöteten Zivilisten - mehr als je zuvor. Die radikalislamischen Taliban haben angekündigt, die ausländischen Truppen bekämpfen zu wollen, bis der letzte Soldat das Land verlässt.

cr/kle (ap, dpa, afp)