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Politik

Rajapakse gewinnt Präsidentenwahl

Staatschef Rajapakse hat die Präsidentenwahl in Sri Lanka gewonnen. Er erhielt 58 Prozent der Stimmen. Sein Rivale Fonseka will das Ergebnis anfechten. Soldaten umstellten derweil seine Unterkunft in Colombo.

Mahinda Rajapakse (Foto: AP)

Präsident Mahinda Rajapakse zeigte sich bereits vor der Wahl als Gewinner

Die Wahlkommission des südasiatischen Inselstaates erklärte den 64-jährigen Staatschef Mahinda Rajapakse am Mittwoch (27.01.2010) offiziell zum Sieger. Er kann damit für weitere sechs Jahre regieren.

Nach dem amtlichen Ergebnis kam Oppositionskandidat Sarath Fonseka auf knapp 40 Prozent. Die Beteiligung bei der Abstimmung vom Vortag lag bei über 70 Prozent. Wahlberechtigt waren rund 14 Millionen Bürger.

In staatlichen Fernsehberichten hieß es, der Staatschef sei mit 1,8 Millionen Stimmen Vorsprung gegenüber seinem Herausforderer im Amt bestätigt worden. Bereits vor der Veröffentlichung des Endergebnisses sagte ein Sprecher Rajapakses, der Präsident sei sehr glücklich und danke allen seinen Wählern. Seine Anhänger feierten den Erfolg mit Feuerwerk und Hupkonzerten.

Der unterlegene Kandidat Fonseka will den Ausgang der Wahl indes nicht anerkennen. "Das Ergebnis spiegelt nicht die Begeisterung des Volkes wider, die wir während des Wahlkampfes gespürt haben", sagte Fonseka Journalisten in der Hauptstadt Colombo. Er kündigte an, das Ergebnis vor Gericht anfechten zu wollen.

Die Armee sorgt vor

Bereits zuvor hatten schwer bewaffnete Soldaten das Hotel in Colombo umstellt, in dem sich der frühere Armeechef Fonseka mit seinen Gefolgsleuten aufhält. Das Militär sprach von einer Vorsichtsmaßnahme.

Portrait Sarath Fonseka in Uniform (Foto: AP)

Oppositionskandidat Fonseka: Dem früheren Armeechef wird vorgeworfen, eine Privatmiliz zu unterhalten

Unter den rund 400 Anhängern befänden sich auch Armeedeserteure. Diese seien aufgefordert worden, sich zu ergeben. Hotelgäste dagegen dürften unbehelligt ein- und ausgehen, so die Armee.

Fonseka dagegen teilte Journalisten per Telefon mit, er fürchte um sein Leben. Die Regierung wirft ihm vor, er unterhalte eine Privatmiliz aus Armeedeserteuren. Der Vier-Sterne-General stand bis November 2009 der Armee vor.

Sieger über die tamilischen Rebellen

Unmittelbar nach Schließung der Wahllokale hatte die Regierung überraschend mitgeteilt, der 59-Jährige könne nicht Präsident werden, weil er nicht als Wähler registriert sei. Die Wahlkommission erklärte dagegen, Fonseka könne trotzdem Staatspräsident werden.

Beide Kandidaten gelten in der singhalesischen Bevölkerungsmehrheit von Sri Lanka als Architekten des Sieges über die tamilischen Rebellen. Nach einem jahrzehntelangen blutigen Bürgerkrieg waren die so genannten Befreiungstiger von Tamil Eelam im Mai 2009 geschlagen worden. Sie wollten einen eigenen Staat im Norden von Sri Lanka errichten.

Autorin: Eleonore Uhlich (afp, dpa, epd)
Redaktion: Annamaria Sigrist

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