Rahul Gandhi führt indische Kongress-Partei | Aktuell Asien | DW | 16.12.2017
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Indien

Rahul Gandhi führt indische Kongress-Partei

Die traditionsreiche indische Kongress-Partei hat einen neuen Vorsitzenden: Der 47-jährige Rahul Gandhi trat in der Parteizentrale in Neu Delhi die Nachfolge seiner Mutter Sonia Gandhi an. 

Indien Vereidigung Oppositionsführer Rahul Gandhi (Getty Images/AFP/P. Singh)

Seine Mutter Sonia hatte die Kongress-Partei 19 Jahre lang geführt, jetzt übernahm ihr Sohn Rahul

Bei der Zeremonie tanzten hunderte Anhänger vor dem Gebäude und zündeten Feuerwerkskörper. Die Partei hatte Rahul Gandhi schon am Montag zum neuen Chef ernannt, die Amtseinführung aber auf den Samstag gelegt. Neben ihm hatte es keine weiteren Bewerber auf das Amt gegeben.

Parteivorsitz ist Familientradition

Gandhi galt seit längerem als Kronprinz in der Kongress-Partei. Außer seiner Mutter, die die Partei 19 Jahre lang führte, hatten bereits sein Vater, seine Großmutter und sein Urgroßvater den Parteivorsitz inne; die letztgenannten drei waren auch indische Regierungschefs.

Nach der Unabhängigkeit des Landes 1947 hatte die Kongress-Partei Indiens Politik jahrzehntelang bestimmt und dominiert. Bei der letzten Parlamentswahl im Jahr 2014, als Narendra Modi von der hindu-nationalistischen BJP mit großem Vorsprung Premierminister wurde, bekam die Kongress-Partei allerdings nur 44 von 543 Sitzen - weniger als je zuvor.

Indien Vereidigung Rahul Gandhi (Getty Images/AFP/P. Singh)

Farbenfroh ging es zu, als Rahul Gandhi offiziell den Parteivorsitz übernahm

Auch in den eigenen Reihen gibt es Kritiker

Schon damals führte Rahul Gandhi den Wahlkampf der Partei als deren Thronfolger an. Nach der schweren Niederlage wurde ihm mangelnder Einsatz vorgeworfen. Allerdings wagen in der Kongress-Partei nur wenige, die mächtige Gandhi-Familie offen zu kritisieren. Die nächste Wahl findet 2019 statt.

haz/jj (afp, dpa)