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Sport

Raelert verpasst den Hawaii-Sieg

Der deutsche Weltrekordler muss bei der Ironman-Weltmeisterschaft nur dem Australier Pete Jacobs den Vortritt lassen. Insgesamt landen vier deutsche Männer und eine Frau unter den Top Sechs.

Ist Andreas Raelert nun ein tragischer oder ein strahlender Held? Der 36-jährige Triathlet verfehlte zum vierten Mal in Folge den Sieg beim legendären Hawaii-Ironman nur äußerst knapp. Der Weltrekordler war diesmal als Topfavorit ins Rennen auf der größten Hawaii-Insel gegangen, aber schon auf der Schwimmstrecke im Pazifik verlor der Rostocker vier Minuten auf die Konkurrenten. Das scheint ein verschwindend geringer Rückstand, bezogen auf über acht Stunden Renndauer, aber am Ende fehlten Raelert auch nur fünf Minuten auf den Sieger Pete Jacobs aus Australien, der nach 8:18:37 Stunden das Ziel in Kailua/Kona erreichte.

Raelert kämpft weiter

8:23:40 Stunden benötigte Raelert für 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 41,195 Kilometer Laufen und war am Ende trotz des erneut verpassten großen Traums zufrieden: "Ich bin sehr stolz auf mich", sagte er. "Ich werde es wieder versuchen. Nach einem dritten, einem zweiten, einem dritten und einem zweiten Platz bin ich mehr motiviert denn je." Allerdings läuft ihm langsam die Zeit davon, denn nächstes Jahr wird Raelert 37 Jahre alt sein – so betagt waren bislang nur zwei Hawaii-Sieger in der Geschichte: der Amerikaner Mark Allen bei seinem sechsten und letzten Erfolg 1995 und der Australier Chris McCormack bei dessen zweiten Sieg 2010.

Pete Jacobs läuft mit erhobenen Armen ins Ziel (Bild: rtr)

Ironman-Sieger Pete Jacobs: der sechste australische Triumph in Folge

Deutsch-australische Dominanz

McCormack war es auch, der eine fast schon unglaubliche Serie australischer Triumphe 2007 eröffnete. Seitdem standen immer Ironmen aus Down Under ganz oben auf dem Podest. Deutschland wartet indes seit Normann Stadler 2006 auf einen ganz großen Erfolg. Trotzdem sind es die Deutschen, die den Rennen seit bald 20 Jahren ihren Stempel aufdrücken. Diesmal landeten sie gleich drei weitere Plätze unter den ersten Sechs. Hinter dem Belgier Frederic van Lierde belegte Hawaii-Debütant Sebastian Kienle den vierten Platz. Der Sieger von 2005, Faris Al-Sultan aus München, wurde Fünfter und Timo Bracht aus Eberbach kam auf Platz sechs.

Leanda Cave rollt am Boden liegend ins Ziel (Bild: AP)

Erst im Ziel am Boden: Leanda Cave rollt nach über neun Stunden über die Linie in Kailua/Kona

Tajsich gute Vierte

Bei den Frauen sorgte Sonja Tajsich aus Regensburg als Viertplatzierte für eine positive Überraschung aus deutscher Sicht. Sie lief den abschließenden Marathon als einzige Teilnehmerin unter drei Stunden, aber auch sie hatte auf der Schwimmstrecke eine noch bessere Platzierung früh verspielt. Der Sieg ging an die Britin Leanda Cave, die in 9:15:54 Stunden die große Favoritin Caroline Steffen aus der Schweiz auf Rang zwei verwies. Cave rang die Steffen erst auf den letzten Kilometern der Laufstrecke nieder und trat damit die Nachfolge ihrer viermal erfolgreichen Landsfrau Chrissie Wellington an.