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Radsport

Radlegende Ferdy Kübler ist tot

In den 50er Jahren verzückte er die Radsportfans in der Schweiz: Ferdy Kübler war als Tour-Sieger ein Star. Nun verstarb der "Adler von Adliswil" genannte Profi "mit einem Lächeln im Gesicht".

Schweiz - Ferdy Kübler (picture-alliance/KEYSTONE/Photopress-archiv/Str)

Ferdy Kübler gegen den St. Gotthard: Die Tour de Suisse war sein Heimrennen, das er bereits mit 22 Jahren gewann.

Sein Name mag international inzwischen etwas in Vergessenheit geraten sein, aber Ferdy Kübler war für viele Fachleute neben Eddy Merckx einer der vielleicht vielseitigsten Radprofis aller Zeiten. In der Schweiz gilt Kübler gemeinsam mit dem gerade zurückgetretenen Fabian Cancellara als größter Radsportler des Landes. Am Donnerstag verstarb die Rad-Legende im Alter von 97 Jahren in einem Züricher Krankenhaus, wie seine Frau Christina der "Schweizer Illustrierten" sagte. "Ferdy ist friedlich eingeschlafen - mit einem Lächeln im Gesicht."

"Le fou pédalant"

Schon früh schlug der 1919 in der Nähe von Zürich geborene Ferdy Kübler eine Laufbahn als Radsportler ein. Seit früher Kindheit war er begeistert vom Zweiradsport, 1937 begann er mit den Radrennen. Doch der Vater hatte etwas gegen die Pläne seines Sohnes: "Eines Tages hat er sogar mein Rad quer durchgesägt, damit ich endlich mit diesem Sport aufhören möge", zitierte der Sportjournalist Walter Rottiers einst Ferdy Kübler.

Radsportlegende - Ferdy Kübler (picture-alliance/KEYSTONE/M. Ruetschi)

"Mit einem Lächeln im Gesicht" soll Ferdy Kübler gestorben sein.

Aber der aufstrebende Schweizer ließ sich nicht von seinem Ziel abbringen und eiferte seinem großen Vorbild, dem Italiener Gino Bartali, nach. 1942 holte der 22-Jährige mit dem Sieg bei der Tour de Suisse seinen ersten großen Erfolg, ehe der Krieg seine Laufbahn unterbrach. 1947 nahm der "Adler von Adliswil", wie er wegen seiner markanten Nase in der Schweiz genannt wurde, erstmals an der Tour de France teil. Dabei fiel Kübler durch seine mutige Fahrweise auf, die manchen Experten jedoch ein Kopfschütteln abnötigte. Der französische Sportjournalist Gaston Benac nannte Kübler "fou pédalant", einen Verrückten auf dem Vélo.

Seine Sternstunde: der Tour-Sieg 1950

"Ferdy National" gelangte dann auch über die Schweiz hinaus aufgrund seiner Erfolge zu enormer Popularität. Kübler gewann 1950 als erster Schweizer Radsportler die Tour de France. Insgesamt feierte er fünf Etappensiege bei der Frankreich-Rundfahrt und sicherte sich 1954 zudem das Grüne Trikot. 1951 wurde er Straßen-Weltmeister und krönte damit seine Karriere. 

In den vergangenen Jahren hatte Kübler große gesundheitliche Beschwerden. Das Weihnachtsfest verbrachte Kübler noch zu Hause, danach musste er wegen einer schweren Erkältung ins Krankenhaus eingeliefert werden.

jw/ck (mit sid, dpa)