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Asien

Radioaktivität in Fukushima steigt wieder

Am Reaktor Fukushima 1 ist die Radioaktivität so hoch wie nie zuvor. Die Behörden sorgen sich jetzt, dass der Reis in der Umgebung verseucht sein könnte. In Deutschland ist der Atomausstieg offiziell in Kraft getreten.

Luftaufnahme von Fukushima (Foto: AP)

Die Unglücksreaktoren von oben.

Knapp fünf Monate nach dem Unglück in der japanischen Atomanlage Fukushima strahlen die Reaktoren weiter und mehr als zuvor. Am Reaktor Fukushima 1 ist nun die höchste Radioaktivität seit dem Erdbeben am 11. März gemessen worden. Die Strahlung am Boden eines Außenrohrs zwischen den Reaktoren 1 und 2 habe mehr als zehn Sievert pro Stunde betragen, sagte ein Sprecher der Betreiberfirma Tepco am Montag (01.08.2011). In Fukushima waren im März nach einem Erdbeben und dem anschließenden Tsunami die Reaktoren außer Kontrolle geraten, es kam zu einer Kernschmelze.

Sorge um Reis

Untersuchung (Foto: AP)

Der Reis soll verstärkt untersucht werden.

Die Werte liegen damit weit über der für Arbeiter in einem japanischen Atomkraftwerk zulässigen Höchstgrenze. Diese war nach Fukushima angehoben worden und beträgt nun 250 Millisievert im Jahr (vorher: 100). In Deutschland liegt die natürliche Hintergrundstrahlung im Schnitt bei 2,4 Millisievert im Jahr. Sie gilt als unbedenklich.

Die japanischen Behörden sorgen sich nun um das traditionelle japanische Grundnahrungsmittel, den Reis. Das Landwirtschaftministerium rief die Präfekturen im Norden und Osten Japans auf, kurz vor der Ernte Untersuchungen durchzuführen, ob der Reis radioaktiv kontaminiert ist. 14 Kommunalregierungen hätten bereits zugesagt, geernteten Reis auf radioaktives Cäsium zu testen, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

Verstrahltes Rind

Rinder (Foto: AP)

Rinder sind teilweise schon verseucht.

Zu hohe Strahlenwerte waren zuvor bereits bei Rindfleisch, Gemüse, Meeresfrüchten, Milch und Teeblättern gemessen worden. Wegen verseuchtem Rindfleisch hat die japanische Regierung bereits mehrfach einzelnen Regionen den Export ihrer Rinder untersagt.

In der Stadt Fukushima, 50 Kilometer vom havarierten Atomkraftwerk entfernt, demonstrierten am Sonntag rund 1700 Menschen gegen Atomkraft. Wie japanische Medien berichteten, forderten sie: "Schafft alle Atomkraftwerke ab", und: "Gebt uns das nicht-verstrahlte Fukushima zurück".

Deutschland steigt aus

Demonstration (Foto: rtn)

Atomausstieg bis 2022? Wulff sagt ja.

In Deutschland ist unterdessen das Gesetz zum Ausstieg aus der Atomkraft in Kraft getreten. Bundespräsident Christian Wulff habe die Änderung des Atomgesetzes "nach sorgfältiger Prüfung" unterschrieben, teilte sein Büro am Montag mit. Bundestag und Bundesrat hatten beschlossen, die deutschen Atomkraftwerke bis 2022 stillzulegen.

Außerdem sollen die acht Atomkraftwerke, die nach Fukushima zur Überprüfung abgeschaltet wurden, nicht wieder in Betrieb genommen werden. Um die fehlenden Stromkapazitäten zu ersetzen, soll der Anteil der erneuerbaren Energien schrittweise erhöht werden, bis 2020 auf mindestens 35 Prozent, bis 2030 auf 50 Prozent. Der Stromverbrauch soll dagegen bis 2020 um 10 Prozent verringert werden.

Autor: Dirk Eckert (afp, dpa)

Redaktion: Sabine Faber

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