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Amerika

Radikale Christen planten Anschläge

In den USA sind neun Mitglieder einer radikalen Christenmiliz wegen Anschlagsplänen gegen die Polizei angeklagt worden. Die Gruppe wollte der US-Regierung nach eigenem Bekunden "den Krieg erklären".

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Razzia gegen die Hutaree-Miliz in Michigan

In den USA sind am Montag (29.03.2010) neun militante Christen wegen geplanter Mordanschläge angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft im Bundesstaat Michigan wirft den Mitgliedern der paramilitärischen Gruppe "Hutaree" vor, sie habe einen Polizisten ermorden und anschließend bei dessen Beerdigung mehrere Bomben zünden wollen. Bei dem Anschlag auf die Trauerfeier sollten den Angaben zufolge möglichst viele Kollegen des Opfers getötet werden. Mit der Aufdeckung des Komplotts sei den Behörden ein "ernsthafter Schlag" gegen eine "gefährliche Organisation" gelungen, sagte US-Justizminister Eric Holder in Washington.

USA Russland Abrüstung Barack Obama Pressekonferenz

In US-Präsident Barack Obama wollen die Hutaree den "Antichristen" sehen...

Zu den Angeklagten zählten der 45-jährige Chef der Miliz, David Brian Stone, seine Frau und seine zwei Söhne. Laut der in Michigan veröffentlichten Anklageschrift bekämpft die Hutaree-Miliz, der die neun Angeklagten angehören, die US-Regierung. In der Polizei sehe sie "Fußsoldaten" der Regierung.

Krieg gegen USA und UNO

Die Anklage wirft den radikalen Christen vor, sie hätten zunächst einen Anschlag auf die Beerdigung geplant, und sich anschließend an einem Sammelpunkt verabredet, um "Krieg gegen die Regierung zu führen". Die Hutaree-Milizionäre hätten geglaubt, dass ihre Gewalttaten eine größere Erhebung gegen die Regierung auslösen würden. Sie sollen seit 2008 regelmäßig mit Waffen trainiert und den Bau von Sprengsätzen geübt haben. Auf der Hutaree-Website ist zu lesen, dass die radikalen Christen sich "auf die Endzeitschlachten vorbereiten, um das Zeugnis Jesu Christi lebendig zu halten".

UN Soldat auf Friedensmission in Libanon

... und auch auf die UNO hatten es die christlichen Krieger abgesehen

Der Name "Hutaree" wurde von der Gruppe erfunden und soll "christlicher Krieger" bedeuten. Das Logo der Gruppe zeigt ein Kreuz mit den Initialien CCR, die für Koloniale Christliche Republik (Colonial Christian Republic) stehen. Auf einem auf der Website der Gruppe veröffentlichtes Video ist eine Gruppe schwer bewaffneter Männer in militärischer Kleidung zu sehen, die eine UN-Flagge verbrennen nachdem sie zuvor UN-Blauhelmsoldaten umgebracht haben wollen.

Obama, der "Antichrist"

Nach Angaben des Extremismusexperten Michael Barkun von der Syracuse Universität im Bundesstaat New York erwarten die militanten Christen den Weltuntergang. In der US-Regierung sähen sie den "Antichristus", den es zu vernichten gelte, sagte Barkun der Zeitung "Detroit Free Press".

Der Anklage waren am Wochenende Razzien bei Mitgliedern der Hutaree-Miliz in Michigan sowie in den Bundesstaaten Ohio und Indiana vorausgegangen. Dies sei notwendig gewesen, weil die Gruppe gedroht habe, jeden zu töten, der ihren Anschlagsplänen in den Weg komme, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Zulauf zu rechtsextremen Milizen

Bombenanschlag in Oklahoma

Bei dem Anschlag in Oklahoma wurden 168 Menschen getötet

Beobachter der rechten paramilitärischen Szene warnen schon seit Monaten vor einem Erstarken von Milizen, die US-Präsident Barack Obama stürzen wollen. Nach Angaben der Bürgerrechtsorganisation "Southern Poverty Law Center" gibt es derzeit 127 rechtsextreme Kampfgruppen.

Auch während der Amtszeit von Präsident Bill Clinton fanden die Paramilitärs Zulauf. 1995 hatte der mit regierungsfeindlichen Gruppen sympathisierende Golfkriegsveteran Timothy McVeigh ein US-Regierungsgebäude in Oklahoma City in die Luft gesprengt. 168 Menschen kamen ums Leben.

Autorin: Mirjam Gehrke (afp/epd/apn/dpa)
Redaktion: Oliver Pieper