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Politik

Rüstungsarbeiter protestieren gegen Job-Abbau

In Warschau und anderen polnischen Städten haben tausende Arbeiter gegen Kürzungen des Verteidigungshaushalts demonstriert. Sie haben Angst um ihre Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie.

Solidarność-Mitglieder zünden vor dem polnischen Parlament Reifen an (Foto: AP)

Wollen nicht gefeuert werden: polnische Rüstungsarbeiter vor dem Parlament in Warschau

Mehrere tausend Arbeiter gingen am Freitag (06.03.2009) in Warschau auf die Straße, um gegen Kürzungen der Mittel für das Verteidigungsministerium zu protestieren. Gewerkschafter warfen brennende Reifen vor staatliche Gebäude und forderten Sicherheit für die Arbeitsplätze in der Verteidigungsindustrie.

Die Mittel des Verteidigungsministeriums - bisher 25 Milliarden Zloty (5,3 Milliarden Euro) pro Jahr - waren unlängst um rund zwei Milliarden Zloty gekürzt worden. Die Sparmaßnahmen sind Teil eines Plans der Regierung, die Ausgaben insgesamt zu senken. Firmen in der Verteidigungsindustrie befürchten nun eine Entlassungswelle oder einen Bankrott durch sinkende Auftragszahlen.

Viele Arbeitsplätze in Gefahr

Polnische Soldaten auf ihren Panzern (Foto: AP)

Das polnische Militär nutzt auch deutsche Leopard-Panzer (Archiv-Foto)

Polens führender Waffenproduzent, die Bumar Group, in der mehr als 20 Firmen und 12.000 Arbeiter zusammengeschlossen sind, erklärte kürzlich, dass wegen des zu erwartenden Auftragsrückgangs Arbeitsplätze in Gefahr sind.

Derweil gibt es auch kritische Stimmen gegenüber der Verteidigungsindustrie. Einige Kommentatoren sagen, dieser Industriezweig sei in Polen ineffizient, daher mache es ohnehin mehr Sinn, die Produkte im Ausland zu kaufen.

Zeitgleich zu den Demonstrationen in Warschau gab es auch Proteste in der Stadt Gdansk im Norden Polens. Dort demonstrierten etwa 3000 Arbeiter gegen die angekündigten Entlassungen beim Energiehersteller Energa. Dazu aufgerufen hatte die Gewerkschaft Solidarność, die 1989 an der politischen Wende in Polen mitgewirkt hatte.

Arbeitslosigkeit steigt

Solidarność-Mitglieder demonstrieren in Warschau (Foto: AP)

Solidarność-Leute führten die Demonstrationen an

Polens Wirtschaft ist seit dem Beitritt zur Europäischen Union 2004 stark gewachsen. Allerdings wird für dieses Jahr nur von einem sehr schwachen Wachstum ausgegangen, da sich die weltweite Rezession zunehmend bemerkbar macht. Die Arbeitslosigkeit stieg im Januar auf 10,5 Prozent. Im Dezember lag sie noch bei 9,5 Prozent.

Es war der dritte Monat in Folge, in dem die Zahlen stiegen, nachdem die Arbeitslosenrate jahrelang gesunken war. Nach Angaben der zentralen Statistikbehörde waren im Januar 1,63 Millionen Menschen in Polen arbeitslos bei einer Gesamtbevölkerung von 38 Millionen. (sts)

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