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Präsidentenpalast bestätigt

Rücktritte nach Anschlag in Afghanistan

Über 100 Soldaten sind bei einem Anschlag auf eine Militärbasis vergangenen Freitag gestorben. Die Hilflosigkeit der Regierung löste dabei scharfe Kritik aus - die jetzt personelle Konsequenzen hat.

Abdullah Habibi und Kadah Schah Schahim (Foto: picture-alliance/dpa/M. Sadiq/AP Photo/R. Gul)

Verteidigungsminister Abdullah Habibi (links) und Generalstabschef Kadah Schah Schahim (rechts) räumen ihre Posten

Der afghanische Verteidigungsminister Abdullah Habibi und der Armeechef Kadam Schah Schahim sind mit sofortiger Wirkung zurückgetreten, teilte der Präsidentenpalast auf Twitter mit. Damit reagierten sie auf die heftige Kritik nach dem Anschlag auf eine Militärbasis nahe der Provinzhauptstadt Masar-i-Scharif vom vergangenen Freitag.

Gleichzeitig traf US-Verteidigungsminister Jim Mattis zu einem unangekündigten Besuch in Afghanistan ein. Er wollte sich ein Bild von Amerikas Mission im Land machen - auch vor dem Hintergrund, dass der oberste US-Befehlshaber in Kabul den Kongress kürzlich um Verstärkung gebeten hatte. Mattis soll unter anderem den afghanischen Präsidenten, Aschraf Ghani, treffen. Vor rund zwei Wochen hatten US-Streitkräfte ihre größte nicht-atomare Bombe über Afghanistan abgeworfen und damit mehr als 90 Islamisten des sogenannten "Islamischen Staates" getötet.

Verheerender Anschlag

Zehn Taliban-Kämpfer hatten den Militärstützpunkt in afghanischen Uniformen und mit Sprengstoffwesten betreten und dort unter anderem eine Moschee angegriffen, in der Soldaten zum Gebet zusammengekommen waren. Die Behörden in Kabul sprachen von mehr als 100 Toten und Verletzten, wobei örtliche Behördenvertreter die Opferzahlen jedoch noch höher einschätzten - es war die Rede von mindestens 140 Toten und 160 Verletzten.

Viele Afghanen kritisierten die Unfähigkeit der Regierung, auf solche Attacken entsprechend zu reagieren. Erst im März hatten die Taliban ein Militärkrankenhaus in Kabul angegriffen und mindestens 30 Menschen getötet. Militärexperten sprachen angesichts der wiederholten Anschläge von einem "totalen geheimdienstlichen Versagen".

mrk/as (ap, reuters, afp, dpa)

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