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Aktuell Nahost

Rückschlag für Huthi-Rebellen in Aden

Unter dem Druck der arabischen Militärallianz haben sich Jemens Huthi-Rebellen aus dem kurz zuvor erstürmten Präsidentenpalast in Aden zurückgezogen. Mehrere Hundert Ausländer wurden aus der umkämpften Stadt evakuiert.

Präsident Hadi treue Militärs im Süden des Jemen (Foto: AFP/Getty Images)

Präsident Hadi treue Militärs im Süden des Jemen

"Die Huthi-Miliz und ihre Verbündeten sind vor dem Morgengrauen aus dem Präsidentensitz abgezogen", sagte ein ranghoher Vertreter der örtlichen Behörden, der namentlich nicht genannt werden wollte. In der Nacht zum Freitag hatte die von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz sunnitisch-arabischer Staaten die Rebellen in Aden aus der Luft angegriffen, woraufhin offenbar der Rückzug erfolgte.

Den Palast des vor einer Woche nach Riad geflüchteten Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi in der Hafenstadt hatten die Huthi-Rebellen erst am Donnerstag gestürmt und der arabischen Militärallianz damit einen Rückschlag verpasst. Zuvor hatte es im Zentrum der südjemenitischen Metropole schwere Gefechte zwischen Getreuen von Präsident Hadi und den schiitischen Aufständischen gegeben. Hadis Gefolgsleute sollen jetzt an dem Rückzug der Huthi aus dem Bezirk um den Präsidentenpalast beteiligt gewesen sein.

Präsident Hadi hatte sich im Februar zunächst in Aden niedergelassen, nachdem die Huthis die Hauptstadt Sanaa erobert hatten. Am 26. März setzte er sich dann in die saudi-arabische Hauptstadt Riad ab. Am selben Tag startete die arabische Militärallianz tägliche Luftangriffe gegen Stellungen der Rebellen-Miliz, um deren Vormarsch zu stoppen. Saudi-Arabien will damit eine Ausweitung des Einflussbereichs seines Erzrivalen Iran verhindern. Das schiitische Land gilt als Unterstützer der Huthi-Rebellen.

Chinesische Evakuierungsaktion (Foto: Reuters)

Chinesische Evakuierungsaktion

Marine evakuiert Ausländer - auch Deutsche

Die chinesische Marine hat nach eigenen Angaben 225 Ausländer aus dem umkämpften Jemen evakuiert - darunter auch Deutsche. Die Menschen seien von Aden aus mit einem Schiff in die ostafrikanische Republik Dschibuti transportiert worden, teilte das chinesische Außenministerium auf seiner Internetseite mit. Die Aktion sei "sehr riskant" gewesen, hieß es in Diplomatenkreisen. "Das chinesische Schiff war zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle", sagte ein Diplomat.

Die geretteten Personen sollen vor allem aus Pakistan stammen. Aber auch Staatsbürger aus Äthiopien, Singapur, Italien, Polen, Irland, Großbritannien, der Türkei sowie drei Deutsche wurden an Bord geholt. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin bestätigte die Evakuierung der drei deutschen Staatsbürger. "Wir sind der chinesischen Regierung für die geleistete Unterstützung sehr dankbar", sagte sie.

Auch die Türkei führte eine Rettungsaktion durch: Der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu teilte über Twitter mit, die Marine seines Landes habe 55 türkische Staatsbürger aus dem Jemen evakuiert.

qu/sti (afp, rtrd+e, dpae)