1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Deutschland

Rückschlag für die Christdemokraten

Vier Wochen vor der Bundestagswahl hat die CDU ihre Alleinregierungen im Saarland und in Thüringen eingebüßt. Anders als in Sachsen droht dort der Partei von Kanzlerin Merkel sogar der Gang in die Opposition.

Dieter Althaus, Gesicht im Profil, Rücken zur Kamera (Foto: AP)

Alleinherrschaft ade: Ministerpräsident Dieter Althaus' Thüringen-CDU ist abgestürzt

Als Wahlgewinner vom Sonntag (30.08.2009) können sich vor allem die Linkspartei und die liberale FDP fühlen. Die Sozialdemokraten (SPD) konnten nur in Thüringen nennenswert hinzugewinnen. Die CDU muss in Thüringen und an der Saar massive Verluste verkraften.

Hat Althaus ausgedient?

In THÜRINGEN erzielte die zuletzt allein regierende CDU von Ministerpräsident Dieter Althaus mit 31,2 Prozent (minus 11,8 Prozentpunkte) ihr bisher schwächstes Ergebnis. Auch für das von Althaus gewünschte Bündnis mit der FDP gibt es keine Mehrheit.

Infografik - Wahlergebnis der Landtagswahl in Thüringen 2009 (Grafik: DW)

Möglich wäre für die Christdemokraten allerdings eine Koalition mit der SPD, die 18,5 Prozent (plus 4 Prozentpunkte) errang. Gemeinsam könnten Sozialdemokraten und Linkspartei die CDU sogar in die Opposition schicken. Weil die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Christoph Matschie allerdings weit hinter der Linken (27,4%, plus 1,3) zurückblieb, ist jedoch offen, ob dieses "Rot-Rote" Bündnis tatsächlich realisiert wird. Matschie hatte es im Wahlkampf für die SPD abgelehnt, in eine Regierung unter einem Linken-Ministerpräsidenten einzutreten. Die thüringische FDP holte 7,6 Prozent (plus 4), die Grünen 6,2 Prozent (plus 1,7).

Kann sich Müller halten?

Peter Müller (Foto: AP)

Nichts zu lachen: Peter Müller

Im SAARLAND muss CDU-Ministerpräsident Peter Müller um die Macht zittern. Im kleinsten deutschen Flächenland - ganz im Westen der Bundesrepublik - könnte es "Rot-Rot-Grün", ein "Jamaika"- Bündnis aus CDU, FDP und Grünen oder eine Große Koalition aus CDU und Sozialdemokraten geben.

Infografik - Wahlergebnis der Landtagswahl in Saarland 2009 (Grafik: DW)

Die SPD mit Heiko Maas und die Linke mit Oskar Lafontaine an der Spitze sind zusammen so stark wie CDU und FDP. Zünglein an der Waage sind nun die Grünen mit ihrem Stimmenanteil von 5,9 Prozent (plus 0,3). Trotz einem Minus von 13 Prozentpunkten blieb Müllers CDU mit 34,5 Prozent stärkste politische Kraft im Saarland. Die SPD erzielte 24,5 Prozent (minus 6,3 Punkte), die Linke verbesserte sich um sagenhafte 19 Punkte auf 21,3 Prozent. Grund dafür war wohl vor allem die Popularität von Spitzenkandidat und Linken-Chef Lafontaine, der von 1985 bis 1998 saarländischer Regierungschef war - damals allerdings noch mit SPD-Parteibuch. Die Saar-FDP holte 9,2 Prozent (plus 4).

Wen wählt Tillich?

Stanislaw Tillich (Foto: AP)

In Feierlaune: Stanislaw Tillich

In SACHSEN hat CDU-Ministerpräsident Stanislaw Tillich die freie Auswahl. Seine 40,2-Prozent-CDU (minus 0,9) könnte nun zusammen mit der FDP (10 Prozent, plus 4,1) regieren - oder aber mit dem schwächelnden bisherigen Juniorpartner SPD (10,4 Prozent, plus 0,6). Tillich sagte: "Es ist das eingetreten, was ich mir gewünscht habe: Ich kann wählen." Zweitstärkste Kraft wurde wieder die Linke mit 20,6 Prozent (minus 3), die Grünen konnten leicht auf 6,4 Prozent zulegen (plus 1,3). Wermutstropfen: Auch die rechtsextreme NPD schaffte mit 5,6 Prozent (minus 3,6) den Wiedereinzug in den Landtag von Dresden.

Infografik - Wahlergebnis der Landtagswahl in Sachsen 2009 (Grafik: DW)

Ein uneinheitliches Bild

Außer den drei Landtagswahlen fanden an diesem "Super-Wahlsonntag" auch noch Kommunalwahlen statt - und zwar im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland NORDRHEIN-WESTFALEN. Trotz klarer Verluste konnte hier die CDU mit landesweit 38,6 Prozent die meisten Stimmen erzielen. Die SPD schnitt mit 29,4 Prozent noch etwas schlechter ab als vor fünf Jahren, konnte jedoch die Oberbürgermeister-Posten in den Großstädten Köln und Essen zurückerobern. (wa/gmf/dpa/afp/ap/rtr)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema