Rückschlag für Bitcoin | Wirtschaft | DW | 13.03.2017
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Wirtschaft

Rückschlag für Bitcoin

Die US-Börsenaufsicht hat dem ersten Bitcoin-Fonds die Zulassung verweigert. Die Risiken für Manipulation und Betrug seien derzeit noch zu groß, so die SEC.

Die US-amerikanischen Brüder Tyler und Cameron Winklevoss haben sich seit vier Jahren bemüht, eine Zulassung für den ersten Bitcoin-Fonds zu erhalten. Der börsengehandelte Fonds (Exchange Traded Fund - ETF) sollte den Kurs der Internet-Währung Bitcoin nachbilden und es Anlegern leichter machen, in Bitcoins zu investieren.

Die Regulierungsbehörde für den Finanzmarkt in den USA (Securities and Exchange Commission - SEC) verweigerte dem Fonds am Freitag (10.03.2017) jedoch die Zulassung. Der geplante Fonds sei zu anfällig für Manipulation und Betrug, begründete die SEC ihre Ablehnung.

USA Tyler und Cameron Winklevoss | Digitalwährung Bitcoin erreicht neues Rekordhoch über 1200 US-Dollar (picture alliance/AP Photo/C. Ruttle )

Cameron (links) und Tyler Winklevoss

Nach der Entscheidung fiel der Bitcoin-Kurs gegenüber dem US-Dollar um rund acht Prozent auf 1100 Dollar. Anschließend konnte sich der Kurs wieder etwas erholen. Zum Wochenbeginn kostete ein Bitcoin rund 1200 Dollar.

Zwillinge wollen nicht aufgeben

In den Tagen vor der SEC-Entscheidung hatte die Internet-Währung zwischenzeitlich ein neues Rekordhoch von fast 1300 Dollar erreicht und war damit erstmals teurer als eine Feinunze Gold.

Analysten zufolge spiegelte der Höhenflug die Hoffnung von Anlegern wider, dass die Börsenaufsicht den geplanten Bitcoin-Fonds zulassen würde. Der "Winklevoss Bitcoin ETF" sollte die Digitalwährung Bitcoin an den Finanzmärkten etablieren und für eine größere Gruppe von Anlegern interessant machen.

Nach dem Nein der SEC kündigten die Winklevoss-Zwillinge an, sich weiter um einen Zulassung zu bemühen. "Wir bleiben optimistisch und sind entschlossen, einen Bitcoin-ETF an den Markt zu bringen", sagte Tyler Winklevoss. "Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit der SEC."

Bitcoins werden über zahlreiche Plattformen im Internet gehandelt. Weil diese Märkte meist unreguliert sind, könne auch der geplante Bitcoin-Fonds nicht angemessen beaufsichtigt werden, so die SEC in der Begründung ihrer Ablehnung. Allerdings sei die Bitcoin-Währung noch in den Anfängen ihrer Entwicklung. "Mit der Zeit könnten sich auch regulierte Bitcoin-Märkte von maßgeblicher Größe entwickeln", so die SEC weiter. Dann werde die Börsenaufsicht ihre Position überdenken.

"Grundsätzliche Schwächen"

Bitcoin ist eine rein digitale Währung. Sie wurde 2009 als schnelles und sicheres Zahlungsmittel entwickelt, das ohne etablierte Strukturen auskommt - ohne Regierungen, Zentralbanken und Finanzinstitute. Das macht die Währung auch für jene interessant, die illegale Geschäfte machen oder Kapitalverkehrskontrollen in einem Land umgehen wollen. Ein Großteil des Handels ballt sich derzeit in China.

Probleme gab es in der Vergangenheit vor allem mit einzelnen Handelsplätzen, die bankrott gingen, verschwanden oder ausgeraubt wurden.

"Bitcoin wird noch lange Zeit brauchen, bevor man sich auf die Währung als Zahlungsmittel für die Massen oder als Anlageform verlassen kann", glaubt Mark Williams, Finanzwissenschaftler an der Boston University.

Ein börsengehandelter Bitcoin-Fonds wäre eine "gefährliche Anlageform", weil die Digitalwährung "einige grundsätzliche Schächen" habe, so Williams weiter. Als Beispiele nennt er geringe Handelsvolumina, extreme Preisschwankungen, das hohe Risiko von Bankrotten und Manipulationen, sowie Schwierigkeiten beim schnellen Verkauf größerer Mengen Bitcoin.

Neben dem Antrag der Winklevoss-Zwillinge liegen der SEC derzeit mindestens zwei weitere Anträge für Bitcoin-ETFs vor.

bea/wen (ap, SZ)

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