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Aktuell Nahost

Rückkehr von mehr als hundert IS-Kindern erwartet

Wie geht man mit Kindern von nach Syrien ausgereisten Dschihadisten um? Die Bundesregierung rechnet laut einem Medienbericht damit, dass mehr als hundert von ihnen nach Deutschland zurückkehren könnten.

Das erklärte die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, wie die Zeitung "Welt" berichtet. Demnach verfügt die Regierung "derzeit über Informationen, die eine niedrige dreistellige Anzahl von Minderjährigen erwarten lassen, wobei der Großteil im Baby- beziehungsweise Kleinkindalter sein dürfte".

Forderung nach Präventionsnetzwerk

Grünen-Innenexpertin Irene Mihalic kritisierte diese Angaben als unzureichend. Die Bundesregierung berufe sich auf vage Informationen, ohne sich selber eine Faktenbasis zu schaffen. Dabei benötige man dringend fundierte Erkenntnisse, damit eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft gelingen könne. 

Mihalic forderte dem Bericht zufolge ein "bundesweites Präventionsnetzwerk". Radikalisierung müsse "bekämpft" werden, "bevor sie sich in konkreten Anschlägen entlädt", warnte die Grünen-Politikerin.

Rund 1000 Islamisten aus Deutschland beim IS

Laut Bundesregierung sollen in den vergangenen Jahren rund 960 Islamisten aus Deutschland in die Kriegsgebiete in Syrien und im Irak ausgereist sein, wie die "Welt" weiter berichtete. Zuletzt seien die Zahl infolge der militärischen Niederlagen der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) deutlich zurückgegangen. 2014 waren es demnach noch rund 310, im Jahr 2017 bis Ende November nur noch etwa 70. Von etwa einem Drittel der Ausgereisten weiß die Bundesregierung dem Bericht zufolge, dass sie wieder zurück in Deutschland sind.

Frauen und Kinder kehren zurück

Nach den immensen Gebietsverlusten der Terrormiliz in Syrien und im Irak beobachten Verfassungsschützer mit Sorge die Rückkehr von Frauen und Kindern dortiger Kämpfer. Eine große Rückreisewelle von Dschihadisten habe noch nicht eingesetzt, "beobachten lassen sich aber Rückreisen von Frauen, Jugendlichen und Kindern", hatte Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen im Dezember der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Hintergrund seien Bestrebungen der Kämpfer, ihre Angehörigen in Sicherheit zu bringen.

cr/ml (afp, kna, dpa)