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Wissen & Umwelt

Rückkehr der Quälgeister: Bettwanzen auf dem Vormarsch

Nahaufnahme Bettwanze auf Haut (Foto: public domain)

Tags verstecken sie sich in Möbelspalten und Fußbodenritzen, um nachts aus ihren Höhlen zu kriechen und unser Blut zu trinken: die Bettwanzen. Ein Klassiker unter den Parasiten, der in Deutschland noch vor zehn Jahren als nahezu ausgerottet galt. Seit 2005 verzeichnet der Deutsche Schädlingsbekämpfer-Verband allerdings einen drastischen Anstieg der Bettwanzen-Population. Ein Phänomen, das auch in anderen Ländern wie Kanada, Dänemark oder Australien beobachtet werden kann. Genaue Zahlen gibt es keine. Den sauberen Industrieländern sind die Parasiten peinlich.

Dabei ist mangelnde Hygiene nicht das Hauptproblem. Die Zunahme der deutschen Populationen, so meinen Fachleute, sei genauso wie die weltweite Verbreitung vor allem dem globalen Tourismus und Gebrauchtwarenhandel zu verdanken. "Sie lieben Hölzer und Kartonagen" sagt René Gottschalk, der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes. Auch Gesellschaft steht bei den Wanzen ganz hoch im Kurs. Artgenossen werden durch spezielle Duftstoffe angelockt. Im Familienverband geht es zur Nahrungsaufnahme, jedes der Tierchen isst dabei locker das Siebenfache seines eigenen Gewichtes.

Obwohl die Wanzenbisse prinzipiell ungefährlich sind, können sie sehr unangenehm werden. Starker Juckreiz, Hautausschläge und allergische Reaktionen sind nur einige der möglichen Folgen. Sichere Hinweise auf Bettwanzen sind zudem die punktförmigen schwarze Kotspuren und ein süßliche Geruch im Zimmer.

Leider wird man die widerstandsfähigen Parasiten nur schwer wieder los. "Sie müssen fast ihre Wohnung zerpflügen, um an die Wanzen heranzukommen", meint Gottschalk. Bevor man sich daran macht das Parkett rauszureißen, sollte man es aber erst einmal mit einem professionellen Schädlingsbekämpfer versuchen. In den meisten Fällen wird man die Tierchen so zuverlässig los. Problematisch wird es erst, wenn die Wanzen eine Insektizidresistenz entwickelt haben.

Autorin: Sophia Wagner
Redaktion: Oliver Samson