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Europa

Rückführung in die Türkei gestartet

Von den griechischen Inseln Lesbos und Chios wurden 202 männliche Migranten zurückgeführt – mehrheitlich Pakistaner und Afghanen. Von Lesbos berichtet Panagiotis Kouparanis.

Am frühen Montagmorgen wurden von Lesbos 136 Migranten unterschiedlicher Nationalität und 66 von der Insel Chios in Passagierschiffen, die von der Frontex angeheuert wurden, in die Türkei gebracht. Jeder einzelne Migrant wurde von einem Beamten der europäischen Grenzschutzagentur Frontex begleitet. Die Aktion verlief ruhig.

Nach Informationen des Polizeipräsidiums Nordägäis gegenüber der Deutschen Welle bestiegen in Lesbos Flüchtlinge unterschiedlicher Herkunft die türkischen Schiffe "Nazli Jale" und "Lesvos": 125 Pakistaner, vier Migranten aus Sri Lanka, drei aus Bangladesch und zwei aus Indien. Zwei Syrer, die nicht dazu gezwungen waren, kehrten aus familiären Gründen in die Türkei zurück. Die Hauptgruppe der Rückkehrer von der Insel Chios sind Afghanen (42), zehn sind Iraner, sechs kommen aus Pakistan, fünf aus dem Kongo und jeweils einer aus der Elfenbeinküste, aus Indien und aus Somalia. Laut Frontex-Pressesprecherin Ewa Moncure hatte keiner dieser Personen einen Asylantrag in Griechenland gestellt.

Griechenland Lesbos Erster Rückführungstransport von Migranten - Presesprecherin Ewa Moncure. Foto: Kouparanis, DW

Pressesprecherin Ewa Moncure

Weder das Polizeipräsidium Nordägäis noch Frontex konnten oder wollten Angaben machen, ob für heute oder in den nächsten Tagen weitere Transporte geplant sind. Die Frontexbeamten, die die Flüchtlinge von Lesbos aus begleiteten, kamen aus Frankreich, Dänemark und den drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen. Nach Aussage von Ewa Moncure haben bislang die EU-Staaten rund 300 Beamte für die Frontex in Griechenland bereitgestellt. Die Frontex selbst hat 1500 angefragt. Man hoffe, dass das noch fehlendes Personal nach und nach doch noch nach Griechenland kommen wird.

Die Rückführung von Lesbos

Am Montagmorgen um 6:20 Uhr kamen vier Busse mit Migranten und Frontexbeamten im Hafen der Inselhauptstadt Mytilini an. In den Tagen davor wurde eine spätere Zeit angegeben. Um aber möglichen Auseinandersetzungen mit Demonstranten einer geplanten Protestkundgebung aus dem Weg zu gehen, wurde ein früherer Zeitpunkt vorgezogen. Die Busse kamen vom acht Kilometer entfernten Lager Moria. Dort hatte man gestern die 136 Migranten, die ausgewiesen wurden, in einem mit Stacheldraht abgetrennten und streng bewachten Teil des Lagers festgehalten. In den vier Bussen, die am Montagmorgen von Moria abfuhren, wurden die Migranten von einer ebenso großen Anzahl von Frontex-Beamten begleitet.

Polizisten, Frontex-Beamte und Flüchtlinge am Hafen von Mytilini (Lesbos) (Foto: DW/P. Kouparanis)

Polizisten, Frontex-Beamte und Flüchtlinge am Hafen von Mytilini (Lesbos)

Im Hafen von Lesbos angekommen, wurde dann ab 6.30 Uhr mit der eigentlichen Rückführung der Migranten begonnen. Sie verließen einzeln die Busse und bestiegen jeweils in Begleitung eines Frontex-Beamten in zivil die türkischen Passagierschiffe "Nazli Jale" und "Lesvos". Die Migranten wurden weder gewaltsam an Bord gebracht noch trugen sie Handschellen. Die gesamte Aktion verlief geradezu gespenstig ruhig. Zuerst legte "Lesvos" ab, danach folgte "Nazli Jale". Um 7.25 Uhr war die Aktion beendet. Etwas später wurde im Lokalradio berichtet, dass in den frühen Morgenstunden Dutzende von Flüchtlingen mit Booten nach Lesbos kamen, weitere sind im Verlauf des Tages zu erwarten.

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