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Wirtschaft

Rückblick auf die Börsenwoche

Hoffnungen auf Trendwende verschoben - Nach dem Kursgewitter der Vorwoche machten die Aktienmärkte in der nun abgelaufenen Woche einen zaghaften Versuch, Boden gut zu machen.

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Keine gute Woche für den DAX

Die deutschen Aktien legten am Wochenanfang eine kleine Kursrallye hin und gewannen fast acht Prozent auf rund 3.859 Punkte. Auch der darauffolgende Börsentag nährte die Hoffnung auf eine Trendwende, denn erstmals kam es nach Kursgewinnen nicht zu Gewinnmitnahmen, im Gegenteil, der DAX schloss am Dienstag gut behauptet.

Doch im weiteren Wochenverlauf machten dann neue US-Konjunkturdaten ein ums andere mal alle weiteren Hoffnungen auf weitere Kursanstiege zunichte. Zudem gab es weitere negative, teils überraschende Unternehmensnachrichten, die den DAX belasteten: Die Allianz schockierte Anleger mit einer deutlichen Gewinnwarnung. Die Aktie von Fresenius Medical Care belasteten Gerüchte um Prozesskosten, bei MLP kursierten Gerüchte um neue Bilanztricks, und Unternehmen wie Bayer enttäuschten mit schlechten Halbjahreszahlen.

Allein Volkswagen feierte Kurszuwächse, nachdem das Unternehmen alle Experten mit Quartalszahlen überraschte, die über den Erwartungen lagen, sowie Lufthansa, deren Finanzvorstand die Gewinnprognose für das Gesamtjahr von 400 auf 500 Millionen Euro anhob. Doch alles in allem sieht es so aus, als werde der DAX diesen Freitag ziemlich genau auf dem Niveau des vergangenen Freitags bei etwa 3.580 Punkte beenden.

Die Anzeichen für eine Bodenbildung an den Aktienmärkten mehren sich dennoch, meinen die Analysten der Commerzbank. So seien die Bewertungsrelationen sowohl bei spekulativen als auch bei defensiven Titeln so gering, dass inzwischen von einer erheblichen Unterbewertung gesprochen werden könne. Mittelfristig bestehe hier Aufwärtspotenzial.

In Deutschland rückt die Bundestagswahl im September zunehmend in den Fokus der Anleger. Ein eindeutiges Wahlergebnis - in welche politische Richtung auch immer - sollte die Börse beflügeln, glauben die Commerzbank-Analysten. Dagegen seien die Belastungsfaktoren aus
den Konfliktherden im Nahen Osten sowie Terrorangst im wesentlichen in den Kursen berücksichtigt.

Von konjunktureller Seite erwartet die Commerzbank eine weitere Erholung. Gerade aus Asien sollten Impulse für die Weltwirtschaft ausgehen, von denen auch der Aktienmarkt profitieren könne. Gleichzeitig rückten mögliche Zinserhöhungen weiter in die Ferne. Vor diesem Hintergrund raten die Volkswirte der Commerzbank mittelfristig orientierten Privatanlegern, schwache Tage zum Kauf von defensiven Titeln zu nutzen.

Der Rentenmarkt verzeichnete in dieser Woche wieder steigende Kurse. Verantwortlich waren die schwachen Konjunkturdaten aus den USA. So lag das Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal 2002 deutlich unter den Erwartungen. Zudem wurden die Daten für das
vergangene Jahr nach unten revidiert. Auch der Einkaufsmanager-Index fiel niedriger aus.

Über Zinserhöhungen wird vor diesem Hintergrund derzeit nicht mehr nachgedacht, sondern sogar über eine weitere Zinssenkung durch die Fed spekuliert. Für Euroland erwartet die Commerzbank erst zum Jahresende von der EZB eine Erhöhung der Leitzinsen.

  • Datum 02.08.2002
  • Autorin/Autor Rolf Wenkel
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  • Permalink http://p.dw.com/p/2WqU
  • Datum 02.08.2002
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