1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Rückblick auf die Börsenwoche: Schlechte Konjunkturdaten ohne Einfluß auf das Börsengeschehen

Trotz drohender Rezessionsgefahr pendelte der DAX etwas über dem Schlußstand der Vorwoche.

Schlechte Aussichten für die Konjunktur überschatteten das Börsengeschehen in dieser Woche. Der Ifo-Geschäftsklimaindex war im Oktober auf 84,7 Punkte gesunken. Im September hatte er 85,0 Punkte betragen. Damit befindet sich das Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft auf dem tiefste Stand seit acht Jahren. Ifo-Volkswirt Gernot Nerb rechnet dennoch mit einer Erholung im ersten Quartal nächsten Jahres. Von Reuters befragte Analysten hatten einen zum Vormonat unveränderten Stand von 85 Punkten erwartet.

Am Donnerstag folgten die Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Demnach ist die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal geschrumpft, nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal stagniert hatte.

Überraschend war daher die Reaktion der Börse: Die Rezessionsgefahr schien keine Auswirkungen auf die Kursentwicklung zu haben, der DAX schloß häufig im Plus. Am Freitag Nachmittag pendelte er leicht über dem dem Niveau, auf dem er die Woche begonnen hatte, bei 5100 Punkten. Der letzte Handelstag der Woche gestaltete sich mangels Vorgaben aus den USA und Japan ruhig und ohne Impulse. Wegen eines Feiertags wurde in den USA am Donnerstag, in Japan am Freitag nicht gehandelt.

Die größten Schwankungen gab es bei den Technologiewerte, und hier vor allem bei den Siemens-Töchtern Epcos und Infineon. Nach schlechten Geschäftszahlen bei Epcos gehörten diese Papiere zu den Tagesverlierern. Am Donnerstag sie ihre Verluste aber wieder wett und zählten zu den stärksten Aktien im DAX.

Der Rentenmarkt erlebte in dieser Woche eine Berg- und Talfahrt. So sorgte der Ifo-Index für eine Kurserholung, während die relativ guten Daten aus den USA über Arbeitslosigkeit und Konsumentenvertrauen die Kurse unter Druck setzten.

Der Euro mußte weitere Verluste hinnehmen und fiel unter 88 US-Cents. Kursrückgang sei das Ergebnis der schlechten europäischen Konjunkturdaten, neutraler bis guter US-Daten und militärischen Erfolgen der Amerikaner in Afghanistan, sagten Analysten. Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Otmar Issing, sagte jedoch, er halte die Gemeinschaftswährung nach wie vor für unterbewertet.

  • Datum 23.11.2001
  • Autorin/Autor Andreas Becker
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/1PHq
  • Datum 23.11.2001
  • Autorin/Autor Andreas Becker
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/1PHq