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Kultur

Röhrenschau für Mumie

Dem Britischen Museum in London ist es gelungen, eine 3000 Jahre alte ägyptische Mumie virtuell "auszuwickeln". Grundlage: ein dreidimensionales Bild aus einem Computertomographen.

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Wie bei Mensch, so bei Mumie: Diagnose mit Computertomographie

Viele Mumien ruhen in einer Art bunt bemaltem Sarg aus vergipstem Papyros oder Leinen. Diese Cartonnagen sind das Haupthindernis für die Ägyptologen. Denn die Behältnisse dürfen nicht geöffnet werden – die Mumie kann also nur von außen erforscht werden.

Damit gaben sich die Wissenschaftler des British Museum nicht zufrieden: Sie schoben ihre Mumie Nesperennub kurzerhand in den Computertomographen ihrer Kollegen vom National Hospital for Neurology and Neurosurgery, der Klinik für Neurologie und Neurochirurgie.

"Salami-Taktik" fördert Unbekanntes ans Licht

Ägyptische Mumie Nesperennub

Mumie Nesperennub in der Cartonnage

Dort wurde die Mumie scheibchenweise durchleuchtet. Die Untersuchung ist "nicht-invasiv" und schonend. Somit bleibt die Mumie unbeschadet für die Nachwelt erhalten und kann trotzdem gründlich erforscht werden. Die 3-D-Visualisierung ergab ein vollständiges Skelett und eine Reihe von Kunstgegenständen. Auf dem Kopf der Mumie – eine Keramikschale, ähnlich wie ein Mützchen. Keine andere der bislang erforschten Mumien trägt diese Art von Begräbnisschmuck.

"Schaut mir in die Augen"

Sofort wurden Fragen laut nach unbekannten altägyptischen Begräbnisritualen. Zudem wollen die Forscher das Gesicht der Mumie rekonstruieren. Damit bekäme ein "alter Bekannter" endlich ein Gesicht: Die Mumie Nesperennub ist schon seit 1899 im British Museum untergebracht. Inzwischen kennen sich die Ägyptologen schon ganz gut aus in ihrem längst vergangenen Leben: Nesperennub war ein Priester aus Theben. Er wurde um 800 vor Christus am Westufer des Nils zu Grabe getragen. (arn)

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