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Politik

Rätselraten um die Hintermänner

Nach den verheerenden Anschlägen auf der indonesischen Ferieninsel Bali mit mindestens 189 Toten wissen die Behörden noch nichts über die Drahtzieher. Bisher hat sich niemand zu den Bombenattentaten bekannt.

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"Die Polizei ermittelt" - mehr Informationen gibt es (noch) nicht

Der australische Außenminister Alexander Downer vermutet die islamistische Extremistenorganisation Jemaah Islamijah hinter der Tat. Der Gruppe werden Verbindungen zum Al-Kaida-Netzwerk von Extremistenführer Osama Bin Laden nachgesagt.

El-Kaida oder nicht?

Der Führer der indonesischen Organisation Jemaah Islamiyah, Abu Bakar Bashir, hat jegliche Verbindung zu den Anschlägen auf Bali zurückgewiesen. Es handle sich um das Werk ausländischer Terroristen, sagte Bashir am Montag (14.10.2002) in einem Interview mit dem Rundfunksender El-Shinta in Jakarta. Indirekt beschuldigte er die USA der Verwicklung in das Attentat: "Die amerikanische Regierung wird alles tun, um ihr Ziel zu erreichen." Es sei kein Geheimnis, dass die USA den Islam schwächen müssten, da sie ihn als den Feind ihrer Zivilisation betrachteten.

Versäumnisse im Kampf gegen den Terrorismus?

Der australische Premierminister John Howard hat Indonesien zu verstärktem Kampf gegen Terroristen aufgefordert. "Wir haben das Recht und ich habe die Pflicht, die indonesische Regierung zu einer Zusammenarbeit in der Region zu drängen", sagte Howard am Montag. Der australische Premier kündigte den unnachgiebigen Kampf gegen den Terrorismus an: "Die Warnungen des vergangenen Jahres, dass der Terror jeden jederzeit an jedem Ort treffen kann, haben sich durch dieses furchtbare Ereignis bestätigt. Der Kampf gegen den Terrorismus muß weiter gehen, mit unnachgiebiger Kraft und bedingungslos." Die USA und Großbritannien hätten bereits Unterstützung zugesagt.

US-Präsident George W. Bush und der britische Premierminister Tony Blair hätten ihm in Telefonaten die Hilfe von Geheimdiensten "und andere Unterstützung" angeboten. Das US-Außenministerium teilte mit, "amerikanische Bürger und Interessen" seien in der gegenwärtigen Sicherheitslage in Indonesien gefährdet. Deshalb sollten alle amerikanischen Staatsangehörigen das Land sofort verlassen. Zudem würden alle nicht unmittelbar relevanten US-Regierungsbeamten abgezogen. US-Bürgern werde weiterhin geraten, nicht nach Indonesien zu reisen.

Kampf um das Leben der Verletzten

Militärflugzeuge flogen derweil 186 zum Teil schwer verletzte Opfer des Anschlags nach Australien zur Behandlung, unter ihnen zwei Deutsche. Nach Angaben von Ärzten leiden viele Verletzte unter großflächigen Verbrennungen. Mit Charterflugzeugen kamen bis zum Morgen etwa 800 traumatisierte oder leicht verletzte Menschen nach Sydney und Perth. Auch nach Singapur wurden nach Behördenangaben 16 Schwerverletzte ausgeflogen, unter ihnen zwei Schweizer. Auf Bali berichteten Ärzte von erheblichen Schwierigkeiten, die Dutzenden bis zur Unkenntlichkeit verkohlten Leichen zu identifizieren. Möglicherweise müsse dazu ausländische Hilfe in Anspruch genommen werden, sagte ein Arzt.

"Wir werden die Hintermänner dieser Anschläge aufspüren", versprach Präsidentin Megawati Sukarnoputri bei ihrem Blitzbesuch auf Bali am Sonntagnachmittag (13.10.). Doch bislang dringen nur Streitereien aus dem indonesischen Kabinett in die Öffentlichkeit, darüber, wer dafür verantwortlich sein könnte. Die Sicherheitsbehörden wurden von den Attentaten offenbar vollkommmen überrascht.

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