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Aktuell Europa

Rätselraten um Beresowskis Tod

Nach dem Tod des Kreml-Kritikers Boris Beresowski rätselt die Polizei über die Todesursache. Der Oligarch galt als erbitterter Gegner von Russlands Präsident Putin und unterstützte die Opposition finanziell.

War es Mord, Selbstmord oder ein Herzinfarkt? Der Tod des russischen Oligarchen und Putin-Gegners Boris Beresowski gibt Rätsel auf. Der 67-Jährige, der vom Förderer zum Feind von Präsident Wladimir Putin avancierte, war am Samstag in seinem Haus in Ascot bei London tot aufgefunden worden. Eine Vergiftung mit radioaktiven Substanzen, wie 2006 bei einem Vertrauten Beresowskis, schloss die britische Polizei inzwischen aus, nachdem Spezialisten das Haus des Kreml-Kritikers auf solche Substanzen gezielt untersucht hatten.

Vertraute äußerten inzwischen die Vermutung, der Milliardär habe Selbstmord begangen oder sei einem Herzinfarkt erlegen. Im vergangenen Jahr hatte Beresowski einen ruinösen Rechtsstreit gegen seinen milliardenschweren Landsmann Roman Abramowitsch verloren und musste dessen Verfahrenskosten von 43 Millionen Euro übernehmen. Bereits 2011 hatte er bei der Scheidung von seiner zweiten Frau Medienberichten zufolge ein Vermögen verloren.

Ein erbitterter Gegner von Präsident Putin

Mit dem Kreml lag Beresowski bis zuletzt im Clinch. Die russischen Behörden warfen ihm im vergangenen Jahr Anstiftung zu Unruhen vor, nachdem er dazu aufgerufen habe, die Rückkehr Putins in den Kreml zu verhindern.

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London: Wie starb Boris Beresowski?

Beresowski wurde 1946 in Moskau geboren und verdiente während des Niedergangs der Sowjetunion mit Autoverkäufen seine ersten Millionen. Später erzielte er immer größere Gewinne mit Unternehmensbeteiligungen. Im November 2006 war der frühere Geheimdienstagent und Freund Beresowskis, Alexander Litvinenko, an einer Polonium-Vergiftung gestorben, nachdem er in einem Londoner Hotel mit einem russischen Agenten und einem Geschäftsmann Tee getrunken hatte. Litvinenko war wie Beresowski ein scharfer Kritiker Putins, den er bezichtigte, Drahtzieher des Mordanschlags zu sein. Im Dezember teilte die britische Justiz mit, die Behörden hätten ausreichend Beweise für eine Verwicklung Russlands in den Gifttod. Ein Justizverfahren soll im Mai beginnen.

hf/sti (rtrd, afpd, dpa)

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