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Aktuell Asien

Rätselraten um AirAsia-Flugzeug

Weder Trümmer noch Leichen: Weiter gibt es keine heiße Spur des verschollenen AirAsia-Flugzeugs. Ein Gewitter als Absturzursache gilt als unwahrscheinlich. Warum verschwand dann aber die Maschine plötzlich?

Einen Tag nach dem Verschwinden eines AirAsia-Flugzeugs haben die indonesischen Rettungsmannschaften die Hoffnungen auf ein Wunder gedämpft. Die Maschine mit 162 Insassen sei wahrscheinlich abgestürzt und liege nun wohl in der Java-See "auf dem Meeresgrund", sagte der Chef des Rettungsdienstes, Bambang Soelistyo. Sein Land verfüge nicht über die notwendigen Geräte, um ein Wrack im Meer zu finden und zu bergen. Andere Länder hätten aber bereits Hilfe zugesagt.

Die internationale Suchaktion konzentrierte sich zuletzt auf eine Ölspur nahe der indonesischen Insel Belitung. Es ist unklar, ob sie von der vermissten Maschine oder von einem Schiff stammt.

Neben der Ölspur hatten auch verschiedene im Meer gesichtete Objekte die Suchmannschaften alarmiert. Diese gehörten aber nicht zu dem Flugzeug, wie der indonesische Vizepräsident Jusuf Kalla am Flughafen von Surabaya mitteilte. Die Nachforschungen gestalteten sich wegen des schlechten Wetters sehr schwierig. "Die Regierung wird aber nicht aufgeben und kein Zeitlimit für die Suche setzen", sagte Kalla.

Angehörige der vermissten Passagiere von Flug QZ8501 am Flughaven von Surabaya/Indonesien (Foto: Reuters)

Verzweifelte Angehörige: Trauer am Flughafen von Surabaya

Internationale Spezialisten

Das indonesische Militär teilte mit, zwölf Marineschiffe, fünf Flugzeuge und drei Helikopter seien gemeinsam mit Schiffen und Flugzeugen aus Singapur und Malaysia an der Suchaktion beteiligt. Auch die USA wollen helfen. Die französische Regierung schickte zwei Luftsicherheitsexperten, der europäische Luftfahrtkonzern Airbus zwei technische Berater. Die chinesische Regierung will Flugzeuge und Schiffe entsenden, um die Rettungsmannschaften zu untertützen, teilte das Außenministerium in Peking mit.

Bisher gibt es keine Erklärung für das rätselhafte Ende von Flug QZ8501. Eine Gewitterfront als Ursache für den mutmaßlichen Absturz halten Experten für wenig wahrscheinlich. Solche Wetterereignisse seien in der zivilen Luftfahrt alltäglich, vor allem in Äquatornähe, sagte Luftfahrt-Experte Cord Schellenberg der Deutschen Presse-Agentur. Die Jets hätten eine entsprechende Ausrüstung.

Wenn möglich umflögen Piloten die Schlechtwettergebiete. Auch Änderungen der Flughöhe und -route, wie sie der Pilot bei der Flugüberwachung erbeten hatte, seien ein Routinevorgang, so Schellenberg. Die Fluglinie AirAsia teilte mit, der vermisste Airbus A320 sei erst am 16. November einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen worden.

Von Surabaya auf der indonesischen Insel Java war Flug QZ8501 am Sonntagmorgen um 05.20 Uhr Ortszeit Richtung Singapur gestartet. Die Verbindung zu dem Airbus A320-200 brach um 05.35 Uhr ab. Ein Notsignal setzte die Maschine nicht ab. Kurz vor dem Verschwinden beantragte der Pilot jedoch wegen schwerer Stürme, die Maschine 6000 Fuß höher steuern zu dürfen.

Pressekonferenz von Rettungs- und Suchmannschaften am Flughafen von Surabaya (Foto: Robertus Pudyanto/Getty Images)

Keine Erklärung: Pressekonferenz der Rettungs- und Suchmannschaften

Das Unglück ist bereits das dritte innerhalb eines Jahres, das eine malaysische Airline trifft - und das zweite, bei der ein Flugzeug spurlos verschwand. Seit fast zehn Monaten wird eine Malaysia-Airlines-Maschine vermisst. An Bord von Flug MH370 waren 239 Menschen. Bis heute sind trotz einer aufwändigen Suche im Indischen Ozean keine Teile der Boeing 777 aufgetaucht. Zudem stürzte im Juli ein Malaysia-Airlines-Flugzeug mit 298 Insassen über der umkämpften Ostukraine ab.

jj/SC (dpa, afp, rtr)