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Kriminalität

Rätselhaftes Verbrechen in Hechingen

Auftragskiller, Attentäter oder Amokfahrer? Keiner weiß bisher, wer in Baden-Württemberg aus dem Auto heraus einen 22-Jährigen erschoss - und warum. Die Fahnder könnten schon mehr ahnen, schweigen aber aus gutem Grund.

Deutschland Baden-Württemberg - Mann vor Gaststätte erschossen (picture-alliance/dpa/Maurer/SDMG)

Entscheidendes Indiz im Beet? Spurensuche am Tatort

In den USA heißen sie einfach nur Drive-by, kurz für: Drive-by-Shootings. Es sind Verbrechen wie aus einem Action-Thriller-Script. Die Zutaten: ein Auto, ein kaltblütiger Killer und keine Nerven. Im beschaulichen Hechingen am Westrand der Schwäbischen Alb geschah nun eine solche Bluttat im Schatten der Burg Hohenzollern.

Die Ermittler in der baden-württembergischen 20.000-Einwohner-Idylle rätseln über die Attacke, die einen 22-Jährigen das Leben kostete. Der Mann wurde mit einem einzigen Schuss getötet, abgegeben aus einem fahrenden Auto. Sofort schießen auch die Spekulationen ins Kraut: ein Mafia-Mord? Rache im Rocker-Milieu? Oder doch eine Beziehungstat?

Roter Kleinwagen mit dunklem Fleck

Die Polizei reagiert ebenso kaltblütig - doch aus professionellen Gründen. "Kein Kommentar", heißt es zu allen Mutmaßungen, Details zu dem mysteriösen Verbrechen würden nicht preisgegeben. Denn dies könnte die weiteren Ermittlungen erschweren. So schmetterte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Hechingen jede Anfrage ab. Dahinter steht wohl die Sorge, Täterwissen könnte nach außen durchsickern. Für die Fahnder wäre das ein Rückschlag.

Deutschland Baden-Württemberg - Mann vor Gaststätte erschossen (picture-alliance/dpa/Maurer/SDMG)

Kalter Rauch in der Nacht: Der Schauplatz des Mordes wird gesichert und vermessen

Sicher ist bisher nur dies: Der 22-Jährige stand, bevor er getötet wurde, vor einer Gaststätte namens "Ochsen" in der Stadt im Zollernalbkreis. Er starb noch am Tatort. Die Polizei sucht nach einem rot lackierten Kleinwagen mit auffälliger Stelle: Laut Zeugenaussagen soll das Fluchtauto, das mit hoher Geschwindigkeit davonbrauste, auf der linken hinteren Tür einen dunklen Fleck haben. Dabei könnte es sich um einen Tierkopfaufkleber handeln, heißt es im Fahndungsaufruf, ähnlich einem Tigerkopf.

Doch das ist auch alles, was offiziell an die Öffentlichkeit dringt. Wie viele Personen in dem Fahrzeug saßen, wo das Auto gemeldet ist - all das müsse die Staatsanwaltschaft noch ermitteln, sagt deren Sprecherin. Womöglich ahnen die Fahnder bereits ein Tatmotiv. Aber auch das ist reine Spekulation.

jj/wl (dpa, afp)