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Fußball

Quo vadis, FC Bayern München?

Seit 43 Jahren ist Bayern München nicht mehr so schlecht gestartet wie in dieser Saison. Nach der 1:2-Niederlage bei Aufsteiger Mainz steigt der Druck. Besonders Trainer Louis van Gaal steht im Fokus der Kritik.

Louis van Gaal umringt von Fotografen vor der Trainerbank (Foto: dpa)

Alles schaut auf den Trainer: van Gaal erntet Kritik

Ist der FC Bayern in der Krise oder nicht? Nach drei Spielen nur zwei Punkte auf der Habenseite, das gab es seit 1966 nicht mehr, und damals standen auch die späteren Welt- und Europameister Franz Beckenbauer, Sepp Maier und Gerd Müller auf dem Platz. Oder war es einfach nur ein verschlafener Start in die Bundesliga? Immerhin hat Trainer Louis van Gaal schon früh die zahlreichen Freundschafts- und Testspiele bemängelt, die sein Team während der Saisonvorbereitung absolvieren musste.

Louis van Gaal mit Bastian Schweinsteiger beim Training (Foto: dpa)

Zu wenig Zeit zum Üben?

"Die Vorbereitung ist sehr kurz gewesen. Wegen der vielen Testspiele hatte ich nicht viele Trainingsstunden mit der Mannschaft", sagte van Gaal. Gerade die aber hätten die Spieler gebraucht, um das neue, vom Trainer favorisierte System zu verinnerlichen. Nach dem Trainingsstand steckt der FC Bayern also eigentlich noch mitten in der Vorbereitung. Eine Tatsache, auf die der Bundesliga-Spielplan selbstverständlich keine Rücksicht nimmt: Am Wochenende spielen die Bayern gegen Wolfsburg, und der Deutsche Meister ist in seiner guten Frühform alles andere als ein willkommener Aufbaugegner.

Alles sollte besser werden

Was die Spieler des FC Bayern, der mit großen Zielen in die Saison gestartet ist, auf den Rasen zaubern, ist enttäuschend, teilweise sogar erschreckend. Das System greift noch nicht, die von van Gaal persönlich verpflichteten Spieler stehen noch nicht einmal in der Startelf, die vom Trainer neu zusammengestellte Innenverteidigung ist löchrig. Spieler wie Lucio, auf dessen Dienste van Gaal keinen Wert mehr legte, und Zé Roberto werden nun schmerzlich vermisst.

Karlheinz Rummenigge und Uli Hoeneß bei Pressekonferenz (Foto: dpa)

Rummenigge und Hoeneß hatten sich das anders vorgestellt

Dieses Szenario hatte in München vor der Saison niemand auf der Rechnung. Vielmehr war van Gaal geholt worden, weil nach dem verschenkten Jahr unter Jürgen Klinsmann alles besser werden sollte. Ein modernes Spielsystem hatte man sich vom Niederländer versprochen, besetzt mit Spielern, die exakt in dieses System hineinpassen. Weil aber genau das nicht funktioniert, steht der Trainer nun im Fokus der Kritik und scheint selbst auch nicht zu wissen, woran es liegt. "Ich wechsele normalerweise nicht in der ersten Halbzeit", erklärte er nach der 1:2-Niederlage in Mainz. "Diesmal habe ich gleich zwei Spieler ausgewechselt und ich hätte auch noch weitere auswechseln können. Das war sehr enttäuschend." Denselben Tenor gab es von Spielerseite: "Das Spiel in Mainz war ein Schock für alle", sagte Stürmer Mario Gomez. "Wir haben überhaupt nicht gekämpft." Zuversicht klingt anders.

Der Rest der Liga spart nicht mit Kommentaren. Der Schalker Trainer Felix Magath und sein Wolfsburger Kollege Armin Veh äußerten zuletzt mehrfach, dass die einstige Vormachtstellung des FC Bayern München in der Bundesliga - zumindest was die Leistung der Mannschaft angehe - derzeit wohl nicht mehr gegeben sei.

Beckenbauer fordert Antwort van Gaals

Franz Beckenbauer vor Wappen des FC Bayern München (Foto: AP)

Beckenbauer mischt sich ein

Seit dem 17. Mai 2008 ist der FC Bayern nicht mehr Tabellenführer gewesen. Kein Wunder, dass sich nach der Niederlage in Mainz auch aus dem stets sehr mitteilungsfreudigen Umfeld der Mannschaft die Kritik häuft: "Gegen Hoffenheim haben wir 30 Minuten verschlafen, gegen Bremen kam der Einbruch später und in Mainz, die erste Hälfte - oh je", fasste Bayern-Präsident Franz Beckenbauer die bisherige Saison zusammen und forderte: "Louis van Gaal muss am Samstag gegen Wolfsburg die richtige Antwort finden."

Vor 43 Jahren schossen sich die Bayern am 4. Spieltag mit einem 6:1-Kantersieg in Karlsruhe aus der Krise. Dass sich dieser Teil der Geschichte am Samstag (29.08.2009) im Heimspiel gegen den deutschen Meister Wolfsburg wiederholt, ist wohl eher nicht zu erwarten. Sollte der Rekordmeister im eigenen Stadion gar verlieren, darf man wohl endgültig von einer ausgemachten Krise sprechen. Alles was bisher war, kann dann im Vergleich nur noch als laues Lüftchen bezeichnet werden.

Kommt nun Robben?

Möglicherweise wird der niederländische Nationalspieler Arjen Robben den Bayern aus der Klemme helfen. Der 25-jährige Flügelstürmer steht vor einem Wechsel von Real Madrid nach München. Beide Seiten sollen sich bereits auf eine Ablösesumme von 25 Millionen Euro geeinigt haben.

Autor: Andreas Ziemons
Redaktion: Olivia Fritz

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