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Aktuell Europa

Queen ruft Briten zur Einheit auf

Bis zum schottischen Referendum hatte sich Elizabeth II. strikt zurückgehalten. Nun setzt die Königin auf die Kraft der Versöhnung. Derweil zieht sich der Mann zurück, der Schottland und ganz Britannien verändert hat.

"Viele Menschen in Schottland und anderswo werden heute starke Empfindungen und widerstreitende Gefühle haben - innerhalb der Familie, unter Freunden und Nachbarn", sagte Queen Elizabeth II. auf ihrer schottischen Residenz Balmoral. Diese Empfindungen seien "das Wesen der starken demokratischen Tradition, die wir in diesem Land genießen." Sie habe keine Zweifel, dass die Schotten nun "in einem Geist von gegenseitigem Respekt und Unterstützung" wieder zusammenfinden könnten. Jeder müsse konstruktiv an der Zukunft Schottlands und des ganzen Landes mitarbeiten. "Meine Familie und ich werden tun, was wir können, um Sie bei dieser wichtigen Aufgabe zu unterstützen", betonte die britische Königin.

"Ewige Liebe zu Schottland"

An der historischen Volksabstimmung über Schottlands Unabhängigkeit hatten sich etwa 85 Prozent der Wähler beteiligt – so viele wie noch nie in Schottland. Rund 55 Prozent von ihnen stimmten für den Verbleib im Vereinigten Königreich. Die Queen unterstrich, dass dieses Ergebnis im ganzen Land respektiert werde. Die Briten seien durch ihre "ewige Liebe zu Schottland" verbunden.

Unmittelbar nach dem Referendum wurde die Debatte über mehr Autonomie für das ölreiche Schottland eröffnet. Premierminister David Cameron hat den Schotten noch einmal weitreichende Selbstbestimmung versprochen. Die Verhandlungen darüber sollen schon im November beginnen. Im Januar will Cameron dann einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen. Er dürfte vor allem die Sozial-, Steuer- und Finanzpolitik betreffen. Die neuen Freiheiten sollen auch den Regionen Wales, Nordirland und England zu Gute kommen. Noch ist jedoch unklar, welche Kompetenzen im Detail London an Edinburgh abtreten wird.

Schottlands "Erster Minister" tritt zurück

Der Wortführer der Unabhängigkeitsbewegung, Ministerpräsident Alex Salmond, kündigte nach der Niederlage seinen Rücktritt als Regierungschef und als Vorsitzender der Nationalpartei SNP an.

Mitte November werde ein SNP-Parteitag einen Nachfolger bestimmen, der dann auch sein Ministerpräsidentenamt übernehmen solle, sagte Salmond. Als Favoritin für die Nachfolge des 59-Jährigen gilt seine Stellvertreterin in beiden Funktionen, Nicola Sturgeon.

Salmond ist seit 2007 "Erster Minister" Schottlands. 2011 hatte er mit seiner sozialdemokratisch orientierten SNP die absolute Mehrheit errungen. Er stand der Partei mehr als zwanzig Jahre lang vor. Die Unabhängigkeit von Großbritannien war Salmonds große Vision. Dafür war er anfangs oft belächelt worden - auch von Regierungsvertretern aus London.

rb/jj (afp, dpa, rtr)