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Aktuell Europa

Queen macht Frieden mit IRA

Nach jahrzehntelanger Gewalt während des Nordirland-Konflikts haben sich die Queen und der Ex-IRA-Aktivist McGuinness die Hand zur Versöhnung gereicht. Das Treffen fand unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen statt.

Britische Königin Elizabeth II. schüttelt Ex-IRA-Chef McGuinness die Hand (Foto: dapd)

Händeschütteln der Queen und ehe. IRA Chef Martin McGuiness in Belfast

Mit ihrem Händedruck haben die britische Königin Elizabeth II. und der frühere IRA-Kommandeur Martin McGuinness symbolisch einen Schlussstrich unter den jahrzehntelangen Nordirland-Konflikt gezogen. Das historische Treffen der Monarchin mit dem heutigen Vizechef der Regierung der britischen Provinz fand in einem Theater in Belfast statt.

Elizabeth, deren Cousin Lord Mountbatten 1979 bei einem Attentat der Irisch-Republikanischen Armee getötet wurde, besuchte Nordirland aus Anlass ihres 60-jährigen Thronjubiläums. Während des 1998 beendeten Konflikts wurden 3600 Soldaten und Zivilisten getötet.

 Es war das erste Mal, dass Elizabeth mit einem Vertreter der Sinn Fein zusammenkam, dem einstigen politischen Arm der für die Vereinigung Nordirlands mit der Republik Irland kämpfenden IRA. Dagegen hatte sie wiederholt unionistisch-protestantische Politiker getroffen, die für den Verbleib der Region bei Großbritannien eintreten. Mit deren Anführer Ian Paisley, mit dem er in der Regionalregierung saß, hat McGuinness längst Frieden geschlossen. Die Mehrheit der nordirischen Politiker begrüßte das Treffen der Königin mit dem früheren IRA-Kommandeur, das IRA-Abtrünnige und Angehörige von Opfern gleichermaßen ablehnten.

Einst "Staatsfeind Nummer eins"

McGuinness gilt als einer der Köpfe der Irisch Republikanischen Armee, die mit einem bürgerkriegsähnlichen Aufstand in den 1970er und 1980er Jahren die Abspaltung Nordirlands von Großbritannien erreichen wollte. Britische Medien nannten ihn einst "Staatsfeind Nummer eins". Seit Mitte der 1990er Jahre setzte er sich jedoch für die Aussöhnung ein und gilt als einer der Baumeister des Karfreitags-Friedensabkommens von 1998. Seit 2007 ist er Vize-Ministerpräsident einer All-Parteien-Regionalregierung in Belfast.

Der zweitägige Nordirland-Besuch der Queen war Teil der Feierlichkeiten zu ihrem 60. Thronjubiläum in Nordirland. Das Treffen mit McGuinness gehörte nicht offiziell zur Jubiläums-Tour und fand im Rahmen einer Kunstausstellung statt, die sich die 86-Jährige und ihr Mann Prinz Philip (91) ansahen.

re/sc (afp, dpa, dapd, rtr)