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Deutschlehrer-Info

Qualität im Netz

Das Grimme-Institut hat die Nominierungen für seinen Online Award vorgestellt. 25 Angebote haben noch Chancen auf einen der Preise. Auch die Nutzer können abstimmen: Sie entscheiden über den Publikumspreis.

Screenshot Memory Loops Nominiert für den Grimme Online Award 2012 Verwendung nur in Zusammenhang mit einer Berichterstattung über die Website.

Die Webseite Memory Loops

Mit dem Grimme Online Award werden bereits seit 2001 qualitativ hochwertige Online-Angebote ausgezeichnet. Am 20. Juni 2012 wird eine Jury in Köln aus den nominierten Angeboten die maximal acht Preisträger in den vier Kategorien Information, Wissen und Bildung, Kultur und Unterhaltung sowie Spezial bekanntgeben. Außerdem können Internet-User noch bis zum 13. Juni abstimmen, wer den Publikumspreis erhält.

Die aus rund 1900 Einreichungen ausgewählten Webseiten bieten ein breites Spektrum dessen, was im Netz heutzutage üblich und möglich ist – von unterschiedlichen Formen der interaktiven Datenvisualisierung über Porträt- und Interviewprojekte bis hin zu Apps, Blogs oder Online-Lexika. Laut Grimme-Direktor Uwe Kammann ist auffällig, dass viele Angebote versuchen, die Trennung zwischen realer und virtueller Welt aufzuheben. Als Beispiele nannte er die Seite "Memory Loops", auf der Tonspuren den User zu Orten des Nazi-Terrors in München führen, sowie das Projekt "Radioortung". Mit ortsbezogenen Handy-Hörspielen können die Nutzer hier öffentliche Räume in Köln und Berlin erkunden.

Ein inhaltlicher Schwerpunkt bei vielen Angeboten stellt die Aufbereitung historischer oder gesellschaftspolitischer Themen dar: Auf der Seite "Geheimsache Mauer" etwa kann man die Geschichte der Berliner Mauer nacherleben, das Online-Lexikon "Lobbypedia" geht der Beeinflussung von Politik und Öffentlichkeit durch Unternehmen und Lobbyorganisationen nach, und das Online-Magazin "MiGAZIN" zum Beispiel bietet Informationen und Beiträge rund um die Themen Migration und Integration.

Als Beispiel für ein gelungenes Video- bzw. Interviewangebot führt das Grimme-Institut das Projekt "140 Sekunden" an, das die Geschichten und Köpfe hinter interessanten Twitter-Meldungen in genau 140 Sekunden zeigt. Außerdem wurden zwei Projekte nominiert, die Kinder spielerisch und multimedial an die Welt der Kunst beziehungsweise Musik heranführen wollen – "Kwerx" und "Trompis Zeitreise". Grundsätzlich zeigte sich die Grimme-Nominierungskommission aber enttäuscht, dass es für Kinder wenig neue, qualitativ hochwertige Angebote gebe.

Generell sollten, so die Kommission, alle Anbieter unter anderem dafür sorgen, dass sie im Netz besser auffindbar seien und mehr über sich selbst und ihre Idee informierten. "Viele Webseiten erklären sich ihren neuen Besuchern viel zu schlecht", sagt Uwe Kamann.


Autor: Ingo Pickel
Redaktion: Beatrice Warken

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