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Wirtschaft

Qimonda ist nun doch pleite

Ausgerechnet: Nach monatelangen Rettungsbemühungen stellt der Chiphersteller Qimonda Insolvenzantrag. Die Summe des benötigten Geldes hatte sich seit Dezember um rund 300 Millionen Euro fast verdoppelt.

Qimonda-Werk in Dresden (Foto: dpa)

Qimonda-Werk in Dresden

Alle Rettungsbemühungen waren vergeblich: Der schon seit längerem angeschlagene Speicherchipproduzent Qimonda ist pleite. Die Infineon-Tochter stellte am Freitag (23.01.09) Insolvenzantrag, wie eine Sprecherin des Amtsgerichts München mitteilte. Einzelheiten nannte sie nicht. Der Antrag solle so schnell wie möglich einem Insolvenzrichter vorgelegt werden; anschließend werde über das weitere Verfahren beraten. Qimonda wollte sich zunächst nicht äußern.

Rettungsgespräche gescheitert

Das Unternehmen kämpft seit Wochen ums Überleben. Zuletzt war bekannt geworden, dass Qimondo einen zusätzlichen Finanzbedarf von rund 300 Millionen Euro hat. Damit benötigt der Chiphersteller fast doppelt soviel Geld benötigt, wie in dem im Dezember vereinbarten Rettungspaket vorgesehen. Der Freistaat Bayern, das Land Portugal und der Mutterkonzern Infineon hatten darin eine Geldspritze von 325 Millionen Euro zugesagt. Daneben war eine Bund-Länder-Bürgschaft über 280 Millionen Euro vorgesehen. In den jüngsten Gesprächen zur Rettung des Unternehmens hatte es jedoch keine Fortschritte mehr gegeben. So lehnte es das Bundesland Sachsen ab, neben den bereits zugesagten 150 Millionen Euro weiteres Geld in die Firma zu stecken.

Medienberichten zufolge hat es auch mehrere Gespräche der Unternehmensführung mit der Bundesregierung gegeben. Dabei habe Qimonda aber kein tragfähiges Konzept für die Zukunft vorweisen können. Die Gespräche zur Rettung des Halbleiterproduzenten würden aber trotz des Insolvenzantrages fortgesetzt, sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums am Freitag in Berlin.

Thomas Jurk (SPD), Staatsminister für Wirtschaft und Arbeit im Freistaat Sachsen (Foto: dpa)

Thomas Jurk (SPD), Staatsminister für Wirtschaft und Arbeit im Freistaat Sachsen

Auch der sächsische Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) sieht die Ursache für die Pleite im Unternehmen selbst. Er bedauere sehr, dass der Halbleiterhersteller nicht in der Lage gewesen sei, einen geschlossenen Finanzierungsplan vorzulegen, sagte Jurk am Freitag in Dresden. Sachsen hatte die Federführung bei den Rettungsversuchen übernommen, da im Hauptwerk Dresden 3200 Menschen beschäftigt werden. Portugal war eingesprungen, weil im Werk in Porto 1800 Beschäftigte arbeiten.

Ohne Zukunft auf dem Weltmarkt

Qimonda stellt Speicherchips her, die in Mobiltelefonen, Computern, Spielkonsolen und DVD-Rekordern zum Einsatz kommen. Wegen Überproduktion und dem weltweiten Preisverfall für seine Produkte ist das Unternehmen in Schieflage geraten. Der Halbleiterhersteller Infineon hatte Qimonda im Mai 2006 aus dem Konzern ausgegliedert, und an die Börse gebracht, hält aber immer noch 77 Prozent der Anteile. Der Chipproduzent beschäftigt weltweit 12.300 Mitarbeiter, davon 4600 in Deutschland. Neben den Werken in Dresden und Porto sowie der Firmenzentrale und dem Entwicklungszentrum in München gibt es weitere Standorte in den USA, Taiwan und Malaysia. Schon 2008 Jahr hatte das krisengeschüttelte Unternehmen den Abbau von mehr als 1500 Arbeitsplätzen in Deutschland angekündigt. (gmf)

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