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Wirtschaft

Qantas lässt A380 vorerst am Boden

Nach der Notlandung eines Airbus A380 haben Techniker der australischen Fluglinie Qantas Öllecks in mehreren Triebwerken festgestellt. Qantas lässt die Maschinen daher erst mal nicht starten.

A380 auf dem Changi International Airport in Singapur (Foto: AP)

Der Qantas-Airbus nach der Notlandung am Donnerstag

Nach achtstündigen Tests entdeckten die Quantas-Techniker an drei Trent-900-Triebwerken des Herstellers Rolls-Royce in zwei verschiedenen Maschinen "Öl, wo kein Öl hätte sein sollen", sagte der Chef der australischen Fluggesellschaft, Alan Joyce, am Montag (08.11.2010). Die Ölmengen hätten übliche Toleranzmargen überschritten. Die Triebwerke würden ausgetauscht.

Rolls-Royce hatte Qantas die Tests empfohlen, nachdem am vergangenen Donnerstag eines der Triebwerke bei einem Qantas-A380 kurz nach dem Start in Singapur mit lautem Knall kaputt gegangen und Bruchteile aus 2000 Metern Höhe zu Boden gestürzt waren. Die Maschine musste daraufhin in Singapur notlanden.

Bei den Australiern waren bislang sechs Airbus A380 im Einsatz. Drei stehen zur Zeit in Los Angeles, je einer in in Frankfurt, Sydney und Singapur.

"Frage von Material oder Design"

"Dies sind neue Triebwerke in einem neuen Flugzeug", sagte Joyce. "Die sollten solche Probleme nicht haben." Der Airbus A380 war erst 2007 in Dienst gestellt worden.

Joyce bekräftigte seine schon vorher geäußerte Theorie über die Ursache des Triebwerkausfalls in der Luft. "Wir haben uns noch nicht festgelegt, aber geht man davon aus, dass die Triebwerke neu und von Rolls-Royce gewartet worden sind, glauben wir im Lichte dessen, was wir mit dem Triebwerk erlebt haben, dass es eine Frage des Materials oder des Designs ist", sagte er. Die Maschinen blieben am Boden, bis die Ingenieure sich von der Sicherheit überzeugt hätten.

Qantas hofft nach eigenen Angaben, die Flugzeuge innerhalb von drei Tagen wieder in Betrieb nehmen zu können. Ursprünglich sollten die A380 schon 48 Stunden nach dem Unglück wieder fliegen.

Suche nach fehlendem Turbinenstück

Bruchstück einer Turbinenscheibe (Foto: AP)

Dieses Turbinen-Bruchstück wurde gefunden

Am Wochenende hatte die australische Transportsicherheitsbehörde ATSB ein bei dem Unglück kaputtgegangenes Zahnrad als möglicherweise ausschlaggebendes Puzzlestück bei der Ursachenforschung bezeichnet. Es war kurz nach dem Start der Qantas-Maschine über der indonesischen Insel Batam zu Boden gestürzt.

Ein Teil war sichergestellt worden, aber die Ermittler suchen den Rest und haben die Einwohner von Batam gebeten, jedes noch so kleine Trümmerteil, das zu dem Flugzeug gehört haben könnte, bei der Polizei abzugeben.

Singapore Airlines und Lufthansa fliegen weiter

Die Fluggesellschaft Singapore Airlines ihre A380-Flugzeuge im Gegensatz zu Qantas nach umfangreichen Checks weiter fliegen. "Wir haben die vom Triebwerk-Hersteller Rolls-Royce und vom Flugzeugbauer Airbus empfohlenen Triebwerksinspektionen an allen unseren A380-Maschinen abgeschlossen und nichts gefunden, was uns Anlass zur Sorge gibt", sagte Unternehmenssprecher Nicholas Ionides. Sollte Rolls-Royce weitere Prüfungen empfehlen, würden auch diese durchgeführt. Singapore Airlines hat elf A380-Maschinen.

Die Lufthansa lässt ihre drei A380-Flieger ebenfalls im Einsatz. Alle Triebwerke seien entsprechend den Empfehlungen des Herstellers Rolls-Royce überprüft worden, sagte ein Sprecher in Frankfurt. Die drei Maschinen der Lufthansa haben wie die Quantas-Maschinen Triebwerke von Rolls-Royce

Am 19. November will die Lufthansa ihren vierten A380 in den Linienverkehr schicken. Insgesamt hat die größte deutsche Airline 15 Maschinen mit Rolls-Royce-Triebwerken bestellt. Die A380 ist das größte Passagierflugzeug der Welt und bietet in der Lufthansa-Konfiguration Platz für 526 Passagiere.

Autor: Thomas Grimmer (dpa, rtr)
Redaktion: Martin Schrader

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