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Erdogan besucht Kremlchef

Putin würdigt Kooperation mit der Türkei

In Deutschland und anderen EU Staaten steht der türkische Staatschef wegen seiner Absicht in der Kritik, ein Präsidialasystem einzuführen. Im Kreml aber wird Erdogan wie ein Freund empfangen.

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Putin und Erdogan üben den Schulterschluss

Russland und die Türkei haben ihre wirtschaftliche und politische Kooperation vertieft. Die Türkei sei für Russland ein sehr wichtiger Partner, sagte Präsident Wladimir Putin nach Gesprächen mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan in Moskau. Als Geste der Entspannung hob Russland mehrere 2015 verhängte Wirtschaftssanktionen auf. "Russland und die Türkei haben ein solides Potenzial, (...) um auf eine neue Ebene der Zusammenarbeit zu kommen", sagte Putin. 

Vertrauensvolles und effektives Zusammenspiel

Dabei lobte Putin die Zusammenarbeit mit der Türkei im Syrienkrieg als effektiv. Einen so vertrauensvollen Dialog Russlands mit der Türkei zu Syrien habe niemand zuvor erwartet, sagte der Kremlchef. "Wir sind sehr froh, dass wir unsere Verbindungen so schnell wiederherstellen können", erklärte Putin. 

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Ankara und Moskau: Wechselbad der Gefühle

Russland und die Türkei hatten Ende Dezember eine Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland vermittelt, in dem mehrere Staaten militärisch involviert sind. Zudem fanden auf  Initiative Moskaus und Ankaras in Kasachstan Gespräche zwischen syrischen Regierungs- und Oppositionsvertretern statt. Eine neue Runde soll kommende Woche in Astana beginnen.

Abschuss von Militärjet

Es ist Erdogans zweiter Besuch in Russland seit August 2016. Der Abschuss eines russischen Kampfjets durch das türkische Militär an der Grenze zu Syrien 2015 hatte zu einem Zerwürfnis zwischen beiden Staaten geführt.

Erst nach einer Entschuldigung Erdogans im Juni 2016 normalisierte sich das Verhältnis wieder. Nach Ansicht russischer Experten sucht Erdogan auch wegen Spannungen mit dem Westen den Schulterschluss mit Moskau.

Erdogan wies daraufhin, dass vor allem die großen gemeinsamen Energieprojekte gut voran kämen. Russland will die Gaspipeline Turkish Stream durch das Schwarze Meer und das Kernkraftwerk Akkuyu im Süden der Türkei bauen. Über Turkish Stream will Russland Erdgas auch nach Südeuropa verkaufen.

Embargo gelockert

Als Zeichen der Wiederannäherung lockerte die russische Regierung ein Einfuhrverbot für Obst und Gemüse aus der Türkei. Unter anderem dürfen wieder Zwiebeln, Nelken, Blumenkohl und Brokkoli nach Russland geliefert werden. In Kraft bleibt Berichten zufolge aber ein Importverbot für Tomaten, eines der wichtigsten türkischen Exportprodukte. Russland hatte die Sanktionen nach dem Abschuss der Militärmaschine verhängt. Die russische Billigairline Pobeda kündigte an, dass sie wieder Linienflüge in die Türkei anbieten werde.

wl/uh (dpa)

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