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Aktuell Welt

Putin verteidigt Assad

Russlands Präsident sieht den syrischen Staatschef weiter als legitimen Machthaber - wenn auch mit Einschränkungen. In einem "Bild"-Interview kritisierte Putin zudem Berichte über die Militäraktionen Moskaus in Syrien.

Aus Sicht des russischen Präsidenten Wladimir Putin ist Baschar al-Assad weiter der legitime Machthaber in Syrien. "Assad bekämpft nicht die eigene Bevölkerung, sondern diejenigen, die bewaffnet gegen die Regierung vorgehen", sagte Putin in einem Interview der "Bild"-Zeitung (Artikelbild: Putin mit "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann, r., und dessen Stellvertreter Nikolas Blome, l.).

Wenn dadurch auch die Zivilbevölkerung leide, sei dies nicht die Schuld Assads. Seine Parteinahme für Assad bedeute aber nicht, dass in Syrien alles beim Alten bleiben könne. "Wenn die Stabilisierung des Landes vorankommt, müssen eine Verfassungsreform folgen und danach vorgezogene Präsidentschaftswahlen", forderte Putin.

Seine Unterstützung für Assad begründete der russische Präsident mit der Bedeutung regionaler Stabilität. "Wir wollen nicht, dass Syrien so endet wie der Irak oder Libyen."

Asyl für Assad wäre denkbar

Auch die Gewährung politischen Asyls für Assad in Russland schloss Putin nicht aus, nannte die Frage aber verfrüht. "Dafür ist die Zeit noch nicht reif. Aber es war sicherlich schwieriger, Herrn Snowden Asyl in Russland zu gewähren, als es dies im Fall von Assad wäre", sagte Putin mit Blick auf den ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter, dem Moskau Zuflucht gewährt hat.

In Bezug auf den Syrien-Konflikt bezeichnete Putin Vorwürfe als Lüge, russische Luftangriffe würden auch moderate Gegner Assads treffen. "Die vermeintlichen Videobeweise für diese Behauptung sind entstanden, noch bevor die russischen Streitkräfte ihren Einsatz überhaupt begonnen hatten", sagte Putin in dem Interview, das im südrussischen Schwarzmeerkurort Sotschi geführt wurde. "Das können wir beweisen, auch wenn es unsere Kritiker nicht wahrhaben wollen."

Russland bekämpft den IS

Die russische Luftwaffe unterstützt seit Ende September die syrische Armee. Nach Putins Darstellung nehmen die Kampfjets dabei die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und mit ihr verbündete Gruppen unter Beschuss. Syrische Aktivisten und die USA bezweifeln dies. Mit Blick auf zahlreiche zivile Opfer in dem Bürgerkrieg räumte Putin ein, dass Assad im Laufe des Konfliktes viele Fehler gemacht habe.

Zugleich machte er Kräfte aus dem Ausland verantwortlich, mit Waffen, Geld und Kämpfern den Konflikt befeuert zu haben. Moskau versorgt Damaskus indes seinerseits seit Jahrzehnten mit Waffen. Russland ist einer der engsten Partner der syrischen Führung.

gri/jm (rtr, dpa, afp)

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