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Fokus Osteuropa

Putin verliert an Zustimmung in Russland

Wladimir Putin hat die hohen positiven Erwartungen an seine Präsidentschaft nicht erfüllt. Viele Russen sind enttäuscht. Fast jeder Vierte sieht eine Verschlechterung seiner wirtschaftlichen Lage.

Russland Präsident Wladimir Putin im Fernsehen in Moskau (Foto: Natalia Kolesnikova, Pool/AP/dapd)

Russland Präsident Wladimir Putin im Fernsehen in Moskau

Ein Jahr nach der Präsidentenwahl sinken in Russland die Zustimmungswerte für den einstigen und neuen Kremlchef Wladimir Putin. Dies zeigt der aktuelle DW-Trend Russland für den Monat April 2013. Im Auftrag der Russischen Redaktion der Deutschen Welle hat dafür das ukrainische Büro des Meinungsforschungsinstituts IFAK 1000 Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren befragt. Die Umfrage wurde in russischen Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern durchgeführt.

54 Prozent der Befragten geben an, bei der Präsidentenwahl im März 2012 ihre Stimme Wladimir Putin gegeben zu haben. Gegen ihn wollen 27 Prozent votiert haben. Ein Jahr später zeigt sich, dass nur knapp die Hälfte der Russen (51 Prozent) meint, Putins erneute Wahl habe dem Land gut getan. Unzufrieden mit Putins Rückkehr in den Kreml ist jeder dritte Russe (30 Prozent). Im April 2012 hatten noch fast drei Viertel (73 Prozent) erwartet, Putins Rückkehr in den Kreml werde dem Land gut tun. Nur 15 Prozent gingen von negativen Auswirkungen aus. Somit ist die Zahl der enttäuschten Menschen deutlich gewachsen. Die positiven Erwartungen vor rund einem Jahr standen unter dem Eindruck der für viele Russen schwachen Präsidentschaft von Dmitri Medwedew.

Nach dem ersten Jahr von Putins dritter Amtszeit als Präsident hat ein beträchtlicher Anteil der Bevölkerung den Eindruck, dass sich die persönliche finanzielle Situation negativ entwickelt hat. So meinen 23 Prozent, ihre persönliche finanzielle Lage habe sich in den letzten 12 Monaten verschlechtert. Nur 19 Prozent sehen eine Verbesserung. 56 Prozent erkennen keine Veränderung.

Vor allem ältere Menschen sehen eine Verschlechterung. Während in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen nur 12 Prozent angeben, ihre persönliche finanzielle Situation habe sich verschlechtert, sind 31 Prozent der 50- bis 60-Jährigen dieser Meinung.

Eher positiv schneidet Putin in der außenpolitischen Bilanz ab. Nur fünf Prozent sehen eine Verschlechterung des deutsch-russischen Verhältnisses. 37 Prozent meinen, das Verhältnis habe sich nicht verändert, während 23 Prozent sogar von einer Verbesserung sprechen. Auch in Russlands Beziehungen zur Europäischen Union, der NATO, aber auch zu den Nachbarländern Georgien, Ukraine oder Belarus sieht nur eine Minderheit eine Verschlechterung der Beziehungen. Das Verhältnis zu den USA hat aus Sicht der russischen Bevölkerung unter Putin kaum gelitten. Allerdings überwiegt hier mit 15 Prozent der Anteil derer, die eine Verschlechterung sehen. Nur 11 Prozent sprechen von einer Verbesserung.

Dennoch ist diese Bilanz nicht unbedingt aussagekräftig. Denn im Schnitt hat rund ein Drittel der Befragten keine Meinung zu den jeweiligen außenpolitischen Beziehungen. Dies ist ein Zeichen dafür, dass für viele Russen die außenpolitischen Beziehungen ihres Landes keine große Rolle spielen.

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