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Aktuell Welt

Putin sagt Türkei-Reise ab

Syriens Waffenlieferant Russland ist verärgert über den Flugzeug-Coup der Türken – und gibt sich wegen der Waffenladung aus Moskau arglos. Es sei die Türkei, die den Konflikt schüre, sekundieren russische Politologen.

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu spricht von "illegaler Fracht", die Ankara in dem abgefangenen Passagierjet aus Moskau beschlagnahmt habe. Von 300 Kilogramm "militärischen Gütern" schreiben türkische Medien. Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan wird noch deutlicher: Die militärische Ausrüstung und Munition in dem Airbus stamme von einem russischen Hersteller. Der Vorfall hat in jedem Fall die Beziehungen zwischen der Türkei und Moskau stark belastet. Beide Seiten warten mit Vorwürfen auf. Der russische Präsident Wladimir Putin sagte umgehend seine für Montag geplante Reise nach Ankara ab.

Video ansehen 01:05

Erdogan: Flugzeug hatte Munition an Bord

Alles legal?

Die Türkei habe das Leben von 17 russischen Passagieren, darunter Kindern, gefährdet, als türkische Kampfjets den syrischen Airbus in der Türkei zur Landung zwangen, so die Klage aus dem Kreml. Zudem sieht Moskau kein eigenes Fehlverhalten. Angesichts der Vorwürfe, Rüstungsgüter an die syrische Regierung zu liefern, blieben die Russen bei ihrer bisherigen Haltung: Es gebe keine neuen Waffenlieferungsverträge mit Syrien. Von alten Verträgen rückt allerdings niemand ab. Im Übrigen gebe es kein Verbot für die Lieferung von Verteidigungswaffen an Syrien, heißt es immer wieder aus Moskau.

Russland werde im Syrienkonflikt von der Türkei zunehmend als Feind wahrgenommen, sagte der Arabist Boris Dolgow von der Akademie der Wissenschaften der russischen Staatsagentur Ria Nowosti. Der Moskauer Politologe Wladimir Jewsejew sprach von einer gezielten Eskalation durch die Türkei. "Es ist offensichtlich, dass das ein Element des Drucks auf Russland ist, weil die Türkei keinen direkten Hebel hat, um die Lage in Syrien zu beeinflussen", meinte er. Ankaras Ziel sei es, Russland auf diese Weise von seiner Unterstützung für Assad abzubringen.

Der Druck wächst

Die Türkei hat sich inzwischen offiziell bei der Führung in Damaskus beschwert. Syrien habe mit dem Transport militärischer Güter von Moskau nach Damaskus den türkischen Luftraum sowie die internationalen Bestimmungen der zivilen Luftfahrt verletzt, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu.

Die Türkei ist in den letzten Wochen immer stärker in den Konflikt in Syrien hineingezogen worden. So schlugen zuletzt mehrfach Granaten aus Syrien im türkischen Grenzgebiet ein, dabei wurden auch Zivilisten verletzt. Eine militärische Antwort erfolgte umgehend.

Unterdessen geht der Kampf innerhalb Syriens um die Hauptstadt Damaskus, um die Wirtschaftsmetropole Aleppo und um die wichtigsten Verkehrswege weiter. So haben die Rebellen nach eigenen Angaben fast fünf Kilometer der strategisch wichtigen Autobahn zwischen Damaskus und Aleppo unter ihre Kontrolle gebracht. Damit sei die Strecke, über die die syrische Armee Verstärkung nach Aleppo schickte, nicht nutzbar gewesen, berichtet ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP.

fab/SC (rtre, afp, dpa, dapd)

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