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Russland und die Türkei

Putin: Russland und die Türkei zurück in der Normalität

Nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei 2015 waren die Beziehungen zwischen Moskau und Ankara auf Eiszeit-Niveau gesunken. Inzwischen taut es aber spürbar - trotz der Differenzen wegen Syrien.

Kremlchef Wladimir Putin (Artikelfoto,li.) und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan haben sich auf einen Abbau der russischen Sanktionen geeinigt. "Wir haben uns auf eine umfassende Lösung verständigt", sagte Putin nach einem Treffen in der Schwarzmeer-Stadt Sotschi. Die Sanktionen gegen türkische Waren und Dienstleistungen würden in naher Zukunft aufgehoben. Einen genauen Zeitraum nannte Putin nicht. Zum Schutz russischer Produzenten sei aber die Einfuhr einiger Waren wie etwa türkischer Tomaten weiter verboten. 

Bald wieder russisches Getreide in der Türkei

Russland hatte nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei 2015 das Land am Bosporus mit Sanktionen etwa im Agrarbereich belegt. Bereits bei einem Treffen der Präsidenten im März wurde die Einfuhr einiger Gemüsesorten wieder erlaubt. Nach Angaben von Kremlsprecher Dmitri Peskow wird in naher Zukunft das Importverbot für russisches Getreide in die Türkei aufgehoben.

Laut Putin sind die Beziehungen zur Türkei insgesamt wieder zurück auf dem alten Stand. "Wir können mit Überzeugung feststellen, dass die Periode der Wiederherstellung abgeschlossen ist", so der Kreml-Herrscher. Erdogan betonte die zahlreichen Kontakte beider Seiten und äußerte sich ebenfalls zufrieden über den Stand der politischen Beziehungen. 

"Vampire, die sich von Blut und Tränen ernähren"

Ein weiteres zentrales Gesprächsthema in Sotschi war die Syrien-Krise. Russland und die Türkei hatten im Dezember in dem Bürgerkriegsland eine Waffenruhe vermittelt, die aber brüchig ist. Erdogan warf nach seinem Treffen mit Putin "manchen Parteien" vor, den Friedensprozess sabotieren zu wollen. Konkret nannte Erdogan die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und das Netzwerk Al-Kaida, aber auch die syrischen Kurden-Milizen der YPG. Er sprach von "Vampiren, die sich von Blut und Tränen" ernährten.

Erdogan forderte erneut die Einrichtungen von Schutzzonen in Syrien, die "ein Schlüssel" in den Friedensbemühungen seien. Der russische Präsident wiederum sagte auf eine Frage nach möglichen Sicherheitszonen: "Wir müssen solche Mechanismen finden, die ein Ende des Blutvergießens garantieren." Darin stimme er mit dem türkischen Präsidenten überein und darüber habe er auch am Vorabend mit US-Präsident Donald Trump gesprochen. Dies sei auch eine der wichtigsten Fragen der derzeitigen Syrien-Gespräche in der kasachischen Hauptstadt Astana. Moskau ist einer der engsten Verbündeten des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Die Türkei unterstützt hingegen syrische Oppositionsgruppen.

sti/haz (afp, dpa,rtr)

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