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Atomkonflikt mit Nordkorea

Putin präsentiert sich als Vermittler in Korea-Krise

Russlands Präsident Putin Wladimir hat erneut dazu aufgerufen, die Nordkorea-Krise durch Gespräche zu lösen. Sanktionen alleine seien nicht der richtige Weg. Als Atommacht werde Russland Nordkorea aber nicht anerkennen.

Russland Präsident Vladimir Putin (picture-alliance/dpa/M. Klimentyev/Sputnik)

Der Kremlchef plädiert in Wladiwostok für Verhandlungen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un

Der russische Präsident Wladimir Putin setzt im Atom- und Raketenkonflikt mit Nordkorea deutlich andere Prioritäten als der US-Präsident. Während Donald Trump ein Ölembargo gegen Nordkorea erwägt, lehnte Putin weitere Sanktionen und Druck als wenig hilfreich ab und warb für neue Gespräche mit Nordkorea.

"Ohne politische und diplomatische Instrumente wird es sehr schwer, sich in dieser Situation zu bewegen. Um genauer zu sein, ich halte das für unmöglich", sagte Putin nach einem Gespräch mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In bei einem Treffen am Rande eines Wirtschaftsforums in Wladiwostok. "Es ist klar, dass es nicht möglich ist, die Probleme auf der koreanischen Halbinsel nur mit Sanktionen und Druck zu lösen", sagte der Kremlchef. "Wir sollten nicht unseren Emotionen erliegen und Nordkorea in die Ecke drängen." Als Atommacht werde Russland das Land aber nicht anerkennen, stellte Putin klar.

Putins Strategie

Das Treffen mit Moon ist offenbar Teil einer diplomatischen Offensive des Kremlchefs, mit der er zum Abbau der Spannungen in der Nordkorea-Krise beitragen will. Nach dem Gespräch mit dem Südkoreaner Moon an diesem Mittwoch in der russischen Pazifikstadt Wladiwostok, trifft er dort morgen den japanischen Premier Shinzo Abe. Am Dienstag hatte er sich am Rande des Gipfeltreffens der BRICS-Staaten mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping abgestimmt. 

Weitere Sanktionen umstritten

Auch der südkoreanische Staatschef Moon rief nach dem Treffen mit Putin zum Abbau der Spannungen in der Nordkorea-Krise auf. Sie seien sich einig, dass der Atomkonflikt "so schnell wie möglich" beigelegt werden müsse. Sie stimmten darin überein, dass die Lösung der Atomfrage in Nordkorea oberste Priorität für die Entwicklung in Ostasien habe. Uneins sind sich Russland und Südkorea aber weiterhin über eine mögliche Verschärfung der Sanktionen gegen Pjöngjang wegen des jüngsten Atomwaffentests.

Südkorea hatte nach dem Bombentest des nördlichen Nachbarn vom Sonntag gefordert, die Regierung in Pjöngjang "so hart wie möglich zu bestrafen". Das Land befürwortet deshalb neue Sanktionen des UN-Sicherheitsrats gegen Nordkorea, wie auch die USA und Deutschland. Neben Russland zweifelt auch China den Sinn weiterer Sanktionen an. 

Bislang haben die von den Vereinten Nationen verhängten Strafmaßnahmen Nordkorea nicht von seinem Atom- und Raketenprogramm abgebracht. Pjöngjang hatte am Sonntag nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe getestet. Nach einer neuen Einschätzung Japans hatte diese eine Sprengkraft von 160 Kilotonnen - mehr als zehnmal so viel wie die Atombombe, die die US-Streitkräfte 1945 über Hiroshima abwarfen.

qu/uh (afp, rtr, APE)